Hier dreht sich alles um Fernreisen abseits der Touristenströme. Unterwegs sind wir in einem Off Road fähigen Mercedes 917 Allrad, der zum Wohnmobil aus- und umgebaut wurde. Meine treue Begleiterin Vega, ein spanischer Tierheimhund, ist immer mit dabei. Nach unserer Transafrika Tour, die uns viele Reiseabenteuer und skurrile Geschichten, aber auch an den Rand des Abgrundes brachte, sind wir nun in Asien unterwegs. Von Südostasien aus werden wir versuchen einen Weg nach Hause zu finden …
Schnurstracks trucken wir nach Mae Sot zu Tom, hören, was es Neues gibt und um einiges zu erledigen, z.B. die nicht funktionierende Klimaanlage entgültig ausbauen. Ein zweiter Hund ist eingezogen und sie – Puk pui – bespielt jetzt Jessie, wie sie es selbst vor drei Monaten mit Vega tat.
Prompt landen wir zwischen Verstärkern und Partyzelt – der Nachbar feiert Hauseinweihung (vielleicht erinnert ihr euch an die Baustelle mit den burmesischen Arbeitern). Wir sind eingeladen und weil wir neugierig sind und es sonst auch nicht auszuhalten wäre mit 100 dB Karaoke, verbringen wir den Abend mit Tanzen, Essen und Hong Thong Trinken rum, Unterhalten ist unmöglich!
Morgens um 6 Uhr werden wir vom Gebetssingsang der Mönche geweckt, das Haus wird gesegnet…angenehme Stimmung, bis Karaoke wieder startet bis abends…die Thais sind einfach verrückt.
Die Nächte hier in West-Thailand, umgeben von Bergen, sind noch erträglich kühl. Wir decken uns also nachts wieder zu und Vega vergeudet keine Energie mit Hecheln vor dem Schlafen. Für den Tag haben wir uns einen kleinen Ventilator zugelegt, der die Haare waagerecht stehen lässt. Er hat den Platz der Klimaanlage eingenommen, da WAECO keine Lösung für uns hier in Thailand anbieten kann. Für die Fenster im Fahrerhaus haben wir uns Fliegengitter zum Einklemmen anfertigen lassen, damit immer eine Luftzirkulation möglich ist für Vega.
Die Friendship Bridge von Mae Sot nach Burma hat nicht viel zu tun, weil die Güter über den „grossen kleinen Grenzverkehr“ exportiert werden. Das alles wird von beiden Seiten geduldet, ist aber absolut illegal. Unmengen an Pflanzenöl, allerhand Getränke an Coke etc. und geheimnisvolle Pakete rutschen über die aus Beton gebauten Schrägen abenteuerlich in die Boote. Zwischendrin waschen sich die Frauen im Fluss, Kinder spielen, Männer schweissen…alles Burmesen, die hier auf thailändischer Seite des Flusses leben.
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Entgegen allen Aussagen ist eine Einreise mit eigenem Kfz in Vietnam durchaus möglich. Zwar etwas aufwendig, aber machbar. Wenn die Behörden keinen schlechten Tag haben und man sich den mehr als chaotischen Verkehr zutraut, steht dem nichts im Wege.
Nicht die umständliche Prozedur der Einreise hält uns ab, nein, als bekennende Tierfreunde wollen wir uns schützen, vor Hundetransporten, die wir unweigerlich zu Gesicht bekommen hätten. Oder anderen gängigen Ritualen wie einer lebendigen Schlange das Herz herausschneiden oder eben Hunde bei lebendigem Leib anzuzünden, um mehr Adrenalin in den Körper zu pumpen. Nein, dass wollen wir uns nicht antun.
Um es klar zu stellen, nicht dass „was sie Essen“ stößt uns ab. Ob junger Hund, junges Lamm oder Kalb, dass macht keinen Unterschied. Die Behandlung oder Zubereitung, das ist bei aller Toleranz zu anderen Ländern und Kulturen nicht akzeptabel, und zwar unter allen Umständen, für uns persönlich!
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Als Abschluss der Zeit in Siem Reap wollen wir uns mit den nicht gerade billigen Bootsfahrten die schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap ansehen.
Im Hafen angekommen, ist die Trockenzeit nicht zu übersehen, der Wasserspiegel schwappt in einer trüben Mulde. Hunderte von Booten stehen in der Bucht und uns wird klar, dass das keine individuelle Tour mit Nähe zu den Vietnamesen wird, die überwiegend ohne Pässe in den „floating villages“ seit Jahrzehnten leben, ärmlich und auch nicht gerade geliebt von den Khmer.
Die Fangrechte für den enormen Fischreichtum sind an wenige Reiche verscherbelt und die Fischer, die davon leben müssen, stehen sozusagen illegal im Morast und werfen ihre Netze aus. Auf dem offenen Wasser sehen wir ein Schwein in seinem Käfig auf einer kleinen Plattform schwimmen, Hunde liegen auf den Pontons an den schwimmenden Häusern, Boote liegen auf „Trockendocks“ und Holz wird auf Stelzen gelagert. Schon steuern wir auf ein Touristennepp zu, Gastro mit gefangenen Krokodilen und Souvenirs… das Dorf ist weit weg.
Eine Schule schwimmt auf dem Wasser und wir werden zu einem kleinen Shop gebracht, 8 Bleistifte für 5 Dollar…, für die Schule – wer hier dann davon Nutzen hat, ist uns fraglich. Enttäuscht werden wir wieder in den Hafen gefahren und sind angenervt vom keinesfalls authentischen Ausflug. Wir hätten es anders angehen sollen, versuchen Kontakt zu einem Vietnamesen mit Boot aufnehmen, nicht den organisierten Touristenrummel, der den Bewohnern des Dorfes vielleicht keinen müden Dollar bringt.
Ohne Umweg treibt uns jetzt die Hitze nach Poipet, die Umgebung wird wieder trockener und grauer. Grenzübergang nach Thailand, bei den hohen Temperaturen schenken wir einem Beamten, der in der Sonne schwitzt eine Flasche Wasser, ganz ohne Eigennutz
Beim Zoll heizt sich das Fahrerhaus auf 54 Grad auf, weil wieder unmögliche Papiere ausgefüllt werden müssen und es keine Schattenparkplätze gibt. Wie soll ein Individualtourist mit eigenem Fahrzeug wissen, an genau welchem Ort er das Land wieder verlässt? Muss aber ausgefüllt werden!
In Thailand fällt uns sofort auf, wie westlich alles ist, wie reich das Land im Verhältnis zu Laos und Kambodscha sein muss, alles bunter, grüner, breite Strassen und mehr Trubel. Noch etwas, die Leute sind wieder dicker, wird uns erst jetzt richtig bewusst, wie schlank die letzten Wochen alle waren in Laos und Kambodscha, meist aus Armut und weil Coke, Weissbrot und Chips noch nicht Grundnahrungsmittel sind.
Die Temperaturen haben sich nicht verändert, seit Tagen 35 Grad und wir verkneifen uns Bangkok. Gern pausieren wir wieder in Alt-Sukhothai, es gibt dort immer wieder etwas zu sehen in „klein Angkor“.
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