Hier dreht sich alles um Fernreisen abseits der Touristenströme. Unterwegs sind wir in einem Off Road fähigen Mercedes 917 Allrad, der zum Wohnmobil aus- und umgebaut wurde. Meine treue Begleiterin Vega, ein spanischer Tierheimhund, ist immer mit dabei. Nach unserer Transafrika Tour, die uns viele Reiseabenteuer und skurrile Geschichten, aber auch an den Rand des Abgrundes brachte, sind wir nun in Asien unterwegs. Von Südostasien aus werden wir versuchen einen Weg nach Hause zu finden …
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Reisen mit eigenem Bett und dazu noch recht auffällig ist intensiver, viel intensiver, als jegliche andere Art ein Land zu bereisen. Wir kommen den Menschen näher, weil wir einkaufen müssen, einen Schlafplatz suchen, nach dem Weg fragen oder nach Wasser oder, oder… Auch das zweimalige Spazierengehen mit Vega bringt immer neue Eindrücke. Wir leben bei den Laoten und so können wir auch tiefer blicken, als aus dem Hotelzimmer.
Für uns persönlich hat Laos sehr unterschiedliche Gesichter. Ein armes Land, parteilich beherrscht und bestechlich – reich an Kulturerbe und Naturschönheiten, derer sie sich aber teils selbst berauben, das Wissen um Zukunftsdenken und Folgen des Tuns fehlen oder werden verdrängt für das Geld heute. Die Menschen sind neugierig, weil unwissend, offen, fröhlich, kreativ – militant in den Gedanken und im Gehabe, protzig, aufdringlich beim Buhlen um die Gunst, ängstlich vor Unbekanntem.
Wie kann eine Marktfrau, die damit ihren Lebensunterhalt verdient, so abweisend sein, wenn sie dem Farang doch sowieso das Doppelte abknöpft? Warum werden schon Kinder in Armeeklamotten gesteckt und ballern durch die Gegend und der Tourist (wir zumindest) wird oft mit Waffen konfrontiert, alle Nase lang von der Polizei kontrolliert? Das Land verkauft sich an Nachbarstaaten mit seinem Holz und Land, Bauern werden tolle Verträge für Kautschuk-Plantagen aufgeschwatzt, die aber gar nicht so weit denken wollen, dass die Bäume erst 8 Jahre wachsen müssen bis zum ersten Ernten. Der Staat setzt viel auf den Tourismus; in jedem Nationalpark, hinter jeder Ferienlodge türmt sich der Müll. Wie wäre es statt des nächsten überdimensionierten Denkmal mit Müllentsorgung planen? Wir haben so viele Gesichter kennen gelernt, weil wir mit dem auffälligen Truck wie ein Lauffeuer bekannt werden und Vega leistet den nötigen Rest, so einen grossen Hund hat noch keiner gesehen.
Die Laoten sind aus der Not heraus sehr erfinderisch. Alles wird irgendwie erhalten, umgebaut und repariert. Auf dem Bolaven Plateau standen wir neben einem alten DDR IFA-LKW aus Gardelegen aus der Aufbauhilfezeit in den Kaffeeplantagen und er war noch in Fahrt! Anderes bleibt, wo verreckt, stehen bis zur Verrottung.
Vieles wird in mühseliger Handarbeit aus Naturmaterialien hergestellt, wunderschöne Dinge, wenn nicht der Geldbeutel erlaubt, es mit China Plastik zu ersetzen. Kinder spielen miteinander, ohne jegliche bunte Animation, leider zu oft mit dem westlichen Zuckergetränk in der Hand. Und es gibt wirklich viele Kinder! Und nicht nur bei den Homo Sapiens, in Europa würde man nie so viele Küken, Kälber, Ferkel und Hundewelpen sehen! Alles reiht sich in den Ernährungskreislauf ein. Uta als Vegetarier hält ständig Ausschau nach Obst, Gemüse und Gärten, es gibt nicht sehr viel. Wir hoffen, es liegt an der Trockenzeit, in der wir in Laos unterwegs sind obwohl man sagen muss, dass fast alle Orte an gut Wasser führenden Flüssen angesiedelt sind, da eh kein Trinkwasser aus der Wand kommt, wie wir es gewohnt sind.
Es gibt so viele Bauruinen, private und überdimensionierte staatliche, die vor sich hingammeln. Riesen Villen stehen am Stadtrand zur Vermietung frei. Laoten haben auch eine Leidenschaft, alles zu umzäunen, sei es mit Beton, Blech, Holz oder Bambus.
Aber ich will nicht ungerecht oder anmassend sein, wir haben fast 30 Nächte auf unterschiedlichen Plätzen verbracht, nie ein Problem. Auch wenn wir nur teilweise die als so freundlich beschriebenen Laoten gefunden haben, jeder sammelt seine eigenen Eindrücke und so bleibt Laos auf jedem Fall ein schönes Reiseland.
Schlagwörter: abenteuerreise asien, Abenteuerreise Laos, Bolaven Plateau, Handarbeit aus Naturmaterialien, Kautschuk-Plantagen, Kulturerbe, Naturschönheiten, Schlafplatz suche
Die Überfahrt mit der Ponton Fähre ist was für Statiker, wie das so alles mit uns als Last schwimmen kann! Das Staunen ist wieder enorm, wie auch der Preis, der erst durch heftige Wehr halbiert werden kann.
Unsere hohen Erwartungen an die freundliche Inselwelt wurden durch das Zitat “nicht im geringsten unbemerkenswert“ geweckt. Neugierig auf die Mekongwelt rollen wir von Muang Khong aus, an einer herrlichen alten Kolonialvilla vorbei, Richtung Nordzipfel. Am Zipfel gibt es Strände und dort lassen ehemalige Staatschefs ein überdimensionales Resort errichten. Mal wieder in die Hose gegangen der Grössenwahn denken wir und meinen, hier ist alles still gelegt. Doch da flackert der obligatorische Bildschirm hinter einer riesen Glasfront! Eine sehr nette englisch sprechende Frau ruft ihren Mann, der hier den Manager macht und wir dürfen gern hier zwischen Baustelle und dicken Busparkplätzen unter dem Baum parken.
Wie immer fragen wir als Entgegenkommen, dass wir gern das Angebot der Küche nutzen würden und „Oui, naturelement“ werden zu 19 Uhr bestellt, er war 20 Jahre lang in Frankreich!
Strand heisst für den Europäer baden und das Mekongwasser zwischen den Ponton war glasklar. Handtuch schnappen und los, Vega rennt mit Wasser in Sicht vorn weg. Andererorts belegen fremde Liegestühle den Strand, hier sind es die Wasserbüffel! Vega grummelt schon in der Brühe rum, als wir alles genau realisieren! Genau hier an diesem durchaus beschaulichen Strand kann man nicht baden zwischen den Hinterlassenschaften der vielen grunzenden Büffel. Unsere eigene Dusche ist die Rettung.
Das Resort hat zwei eigene Hunde, mit denen Vega sich anfreundet und mit ihnen den Schattenplatz am Haus teilt. Dass wir die einzigen Gäste, vielleicht seit längerer Zeit waren, merken wir beim Auftischen. Erst als die drehbahre Glasplatte auf dem 8 Personentisch voll ist, ermahnen wir, dass wir nur zu zweit sind! Nach dem opulenten Mahl – wir haben entgegen unserer Gewohnheit nicht alles aufgegessen – und einer längeren netten Unterhaltung in „Franglisch“, reicht die Energie nur noch zum Schlafen.
Was klappert denn da draussen? Oh, die Baustelle ist doch nicht lahm gelegt! Wir verstehen zwar nicht ganz warum, aber es wird noch ein 60-Zimmer Hotel aufgebaut … Wir dürfen noch gern unsere Wassertanks befüllen und wir werden winkend verabschiedet. Danke!
Wir verbringen noch einige Tage auf der Insel, da die Atmosphäre hier wirklich angenehm ist. Unterhalten uns mit netten Leuten, viele Deutsche verweilen hier. Kinder ärgern uns, wir nutzen die Waschkunst der Inselfrauen, besuchen einen total verdreckten Markt, junge Mönche beobachten wir und sie uns und letztendlich den Preis für die Mekong Überfahrt kennen wir ja nun!
Unser lang ersehntes Bad im Mekong – Mutter aller Flüsse- bekommen wir am Khon Phapheng Wasserfall direkt an der Grenze nach Kambodscha. An dieser Stelle starb damals die Hoffnung der Franzosen, den Mekong von China bis Vietnam zu beschiffen. Unmengen an Touris werden über die Aussichtsplattform geschleust, dann durch die eifrigen Händler mit stinkendem Fisch, Fröschen und T-Shirts geschickt.
Mit Vega suchen wir abgelegen ein schattiges Plätzchen und – das Wasser ist erstaunlicherweise nach tausenden Kilometern „kläranlagenfreie Nutzung“- glasklar fürs Auge, genauer wollen wir es lieber auch nicht wissen und lassen uns drei kühlend durchspülen kurz vor dem wirklich imposanten Fall einige Meter hinter uns in die Tiefe fällt..
Schlagwörter: 4000 Inseln im Mekong, abenteuerreise asien, Abenteuerreise Laos, China, Kambodscha, Khon Phapheng Wasserfall, Mekong, Mekongwelt, Muang Khong, Ponton Fähre, Si Phan Don, Vietnam
Nach den sehr staubigen Tagen und der vielen Kilometer würden wir gern irgendwo geschützt stehen und im Grünen etwas relaxen, was bietet sich da mehr an als in einer Lodge in einem Nationalpark zu fragen, ob wir dort parken dürfen … dachten wir! Einmal im Xe Pian NP angekommen, lassen wir uns in der Kingfisher Lodge nicht gleich abwimmeln und als dann mehrere Oberhäupter befragt wurden und wir erwähnen, dass es für uns klar ist, dann das Restaurant zu besuchen, dürfen wir am Tor stehen bleiben mit dem Hinweis auf Lunch and Dinner … In diesem Nationalpark soll es auch noch Tiger geben, weil er so dünn von Menschen besiedelt ist. Also verbringen wir das Abendessen mit einigen blassen Franzosen, die hier in der Lodge sicher nicht Laos kennen lernen und die Vega schon alle am Tor verbellt hat!
Durch die offenen Fenster werden wir morgens durch immer näher kommendes, bis ins Mark gehendes Singen geweckt. Neugierig rollen wir den Moskitoschutz hoch und mit einem Herzhüpfer sehen wir Elefanten am Zaun entlang laufen! Wir hatten schon abends die dicken Kothaufen und Spuren der Elefanten gesehen. Der so tiefgreifende Gesang endet nun leider abrupt, weil der Sänger und Reiter uns entdeckt hat – leider!
Wir bleiben nicht länger an der Lodge, doch nicht unser Ding. Im Dorf beginnt eine Elefantentour und wir wollen es mal probieren, einer dem anderen zum Gefallen stellt sich später heraus! Zwei mit Franzosen besetzte Elefanten warten schon, für uns steht ein sehr grosses Exemplar mit einem U 20 jährigen Mahout bereit.
Vega schläft im Truck weiter, den wir im Schatten parken konnten. Die Tour geht zur Ruine des Vat Phou Asa, ca. 1 Stunde steil den Berg hinauf, teils sehr sonnig und es schaukelt schon doll! Wir fragen uns, ob der Elefant es überhaupt mag! Unser Taxi läuft immer etwas schräg, nach dem Absteigen an der Vat Ruine sehen wir, dass er ganz weisse Augen hat. Alle schauen nicht so glücklich drein und unser Mahout hat Zahnweh und zieht sich die Jacke über den Kopf, er ist der einzige ohne Kopfbedeckung im Treck. Wir geniessen kurz den traumhaften Ausblick, zwischen den Säulen aus aufgestapelten Steinen hindurch, auf die Ebene. Nach unbequemem Bergab sind wir froh abzusteigen.
Wie Ameisen sieht man uns losrennen – Uta kauft einen grossen Strunk Bananen für 40 cent und ich krame ein Basecape und eine Aspirin aus dem Auto. Der Elefant ist total beglückt über all diese gelbe Köstlichkeit und als der Mahout neu bemützt ihn antreibt, kann der Elefant mit der Männlichkeit gar nicht so schnell rennen.
Wir schlagen uns durch den Staub in eine Seitendschungelstrasse für die Nacht in Freiheit. Als letzte Station im Süden von Laos warten auf uns die „Viertausend Inseln – Si Phan Don“. Wie gelangt man auf eine Insel? Schwimmen – Brücke – oder wenn dies beides nicht machbar – Fähre. Wir sehen kurzzeitig schweigend zur Ponton Plattform hinüber, doch lieber gleich schwimmen?
Schlagwörter: Abenteuer Asien, Abenteuer Laos, Arbeitselefanten, Elefantenreiten, Kingfisher Lodge, Mahout, mit der Pontonfähre über den Mekong, Si Phan Don, Vat Phou Asa, Viertausend Inseln, Xe Pian Natinalpark


