Die Einfahrt in Zhangmu beginnt mit einem Stau. Alle drängeln sich wieder vor, alles zugeparkt, LKW vom Tal haben kein Durchkommen, weil alles nur einspurig befahrbar ist – kennen wir ja. Irgendwann regelt die Polizei das Chaos und wir müssen mit dem Wohnmobil rückwärts den Berg hoch. Der Ort klebt an einem steilen Hang und ist durch den Grenzverkehr total geschäftig, oder besser überfüllt. Fahren kann man hier nur, wenn die Polizei eingreift, ansonsten stehen sich die Lkws gegenüber und warten, wer wohl dieses mal rückwärts, den Anweisungen folgend, fahren muss.
Die letzten Yuan geben wir für Essen und natürlich einige Biere aus, die hier in Tibet neben Aufstellen von Billardtischen allerorts zur Befriedigung der Jugendlichen, sehr billig sind. Wir nächtigen direkt an der Strasse am einzig möglichen Stellplatz für unser Wohnmobil.
Zeitig hoppeln wir über enge Baustellen und Armiereisen ins Tal zur „Freundschaftsbrücke“. Protzig steht ein grosses Grenzgebäude am Fluss und Armisten schütten gerade Müll über die Balustrade der Ausguckpromenade. Was für ein Empfang! Der Guide muss feststellen, dass er für den Truck weit oben im Ort einen Stempel im Carnet de Passage hätte einholen müssen…wir warten den ganzen Tag über für solche Formalitäten. Aber die paar Kilometer wieder zurückfahren wäre an einem Tag wohl nicht zu machen. Permanentstau. Zeit zum Beobachten der Träger/innen aus Nepal, wir erkennen sie an ihren Trachten und an ihrer sichtlichen Armut, auch sind sie zierlicher. Das Grenzgeschäft blüht und es werden dutzende von Lieferungen legal, und nach genauem Studium der Abläufe erkennen wir gut, welche Waren illegal, über die Grenze geschleppt werden. Fotografieren dürfen wir hier natürlich nix.
Der Grenzübertritt von Tibet nach Nepal dauert für uns satte 10 Stunden…
Ein Nepalese den wir bei der Warterei kennenlernen ist uns hilfreich bei der Beschaffung der Visa für Nepal und dem Stempeln des Carnet de Passage. So muss ich nicht mal aus dem Expeditionsfahrzeug aussteigen um nach Nepal einzureisen. Weit aus hilfreicher ist jedoch, dass mir Yanu, so heißt der hilfsbereite Nepalese, mir den Weg frei macht. Wenig einfühlsam schickt er Lkw nach Lkw rückwärts den Berg runter damit ich fahren kann. Auch hier auf Nepal Seite ändert sich das Bild nicht, Permanentstau! Als er uns auch noch einen Stellplatz für die Nacht organisiert sind wir heilfroh.
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