Starkes Gefälle, zu tief hängender Bambus, tiefe Regenrinnen auf dem Weg, und alles viel zu eng … nie wieder einen Wasserfall suchen!
Die Strasse endet für uns an einem wunderschönen Fluss mitten in der Wildnis. Kleine Sandbänke, eigenartige Spuren darauf, Bäume lassen uns unbekannte Früchte fallen. Vega wird hellhörig und am anderen Ufer springt etwas im Wasser umher, sechs Augenpaare starren dorthin …nix mehr zu sehen. Eine Brücke führt uns zu Fuss mit Vega weiter, der Pfad wird enger und steiler und am Ende ist es nur noch ein etwa 80 cm breiter Grad im steilen Fels. Nach ausgiebigem Baden im Fluss sitze ich und meine Flasche Leo im Campingstuhl und geniesse die wunderbare Stimmung der langsam einsetzenden Dämmerung, es hätte ein perfekter Abend werden können, bis die Biene Maja kam …
Vega liegt ein paar Meter von mir entfernt und springt plötzlich auf, irgendwas muss sie ärgern, sie schnappt nach einem Fluginsekt. Nach drei weitern Versuchen, das Tier los zu werden erbarme ich mich und steh auf. Und da sehe ich die Biene Maja, etwa halb so gross wie das Original schwirrt sie um Vega herum. Mit der Hand versuche ich sie zu verscheuchen und fange mir prompt ihren Stachel ein.
Ein brennender Schmerz lässt mich den Arm zurückziehen, das tut Schweine weh! Uta zieht mir den Stachel heraus und meine Hand schwillt in wenigen Minuten stark an, nach einer halben Stunde sieht sie aus wie ein Kloss, die Finger kann ich nicht mehr bewegen.
Nun ist ja alles eine Sache der unterschiedlichen Betrachtung, hätte mich eine der mittlerweile sechs gesehen Schlangen gebissen, wäre ich ganz zufrieden, dass es nicht schlimmer wird, aber so, wegen so einem kleinen Vieh! Gut, nach drei Tagen war meine Hand wieder im Normalzustand, aber der Biene Maja werd ich was erzählen! Später im Dunkel kommen Mofas mit zusätzlicher Kopflampe diesen irren Weg entlang gebraust, wir sehen uns an – lebensmüde die Kerle!
Bevor wir uns morgen wieder auf die unendlich vielen Kurven und Pässe um die 1200 m Höhe wagen, nix für Leute mit Höhenangst steil fällt die Strasse seitlich ab, verbringen wir noch eine Nacht am Rande eines Karen Dorfes. Hier fliesst auch ganz ruhig der Moe Klong, ein Bambusfloss wird an einem Seil als Fähre benutzt und wir entdecken Elefantenkot. Irgendwo hier soll ein Elefantencamp sein. Kettengeklirr weckt uns am Morgen, ein Elefant mit Reiter geht Richtung Fluss und als wir nachsehen, spurlos verschwunden, sicher im tiefen Wald zur Arbeit. Spaziergang mit Vega durchs Dorf, freundliche Gesten und wir können uns die Häuser und Karen aus der Nähe betrachten.
Die Menschen sind wirklich viel kleiner als wir und sehr zierlich, lachen mehr als wir Europäer. Sie leben in ihren kleinen Hütten mit Blättern gedeckt, Hühner und Hunde laufen bunt umher, Chillis liegen zum Trocknen aus. Es wäre interessant zu wissen, wie sie selbst ihr Leben sehen. Auf uns wirkt es zufrieden und frei. Wir werden die Gegend um Umphang auf keinen Fall als langweilig in Erinnerung behalten.
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