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Abenteuerreise Nepal – Der Pashupati Tempel oder der Umgang mit den Toten
Carlos | 16. Juli 2010 | 14:32

Der Pashupati Tempel (World Heritage Site) am Bagmati Fluss im Westen von Kathmandu ist ein hinduistisches Heiligtum und bekannt dafür, dass auch Nicht-Hindus den Beerdigungen beiwohnen können.

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Wir starten morgens beizeiten, zahlen den stolzen Eintrittsobolus von 500 Rupies (ca.5 Euro – ist hier viel Geld!) pro Person und pilgern Richtung heiligen Bagmati, der später in den Ganges fliesst, was uns stolz mitgeteilt wird. Da stehen wir nun an der grauen Brühe, die sich eine Frau in Meditation vertieft ins Gesicht wirft. Gegenüber ist der nur für Hindus zugängliche heilige Tempel. Männer mit nacktem Oberkörper sitzen am Flussufer anderen Murmelnden gegenüber. Zu jedem Todestag kommen die Söhne jahrelang hierher und durchlaufen ein Ritual, das mit der Einsetzung einer kleinen Schale aus Blättern gefüllt z.B. mit Blüten und Haaren der/s Toten und vielen Segnungen in den Fluss endet.

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Einige Sadus meditieren und warten auf die wenigen Touristen, die sich in der heissen Nebensaison hierher verirren und Fotos machen wollen. Da sie sich der materiellen Welt völlig entsagt haben, verlangen sie nur einige hundert Rupies … Unser Auserwählter ist 103 Jahre alt und hat einige Meter lange Haare, den Preis handeln wir mit seinem jüngeren Begleiter arg herunter!

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Die ersten in Tücher gewickelte Leichen werden gebracht und genau in Richtung des Tempels am Fluss abgelegt. Nur Männer begleiten den Toten, Frauen müssen zuhause bleiben. Hier wird der Leiche mit den Händen Wasser in den Mund geträufelt, das aus Richtung Tempel kommt. Bevor die Seele den Körper verlässt, soll die Öffnung mit dem heiligen Wasser benetzt sein. Am Fluss gibt es mehrere Plateaus für die Verbrennungen. Eine nur für die Königsfamilie, die nächste nur für Familien mit Rang und Geld, die jetzt gerade mit Brennholz bestückt ist, und einige etwas weiter ab für die Mittellosen. Etwa 20 Männer stehen an der Verbrennungsstelle des Toten – es ist ein Mann. Die Söhne sind nur mit weissen Hosen oder Tüchern bekleidet, Weiss ist hier die Farbe der Trauer. Ihre Köpfe sind geschoren, nur der heilige Punkt auf dem Hinterkopf darf nicht frei gelegt sein, es bleibt also ein kleiner Zopf. Wenn das Drama der Fall sein sollte, dass keine Söhne geboren wurden, wird der nächste männliche Verwandte wie etwa der Neffe, Cousin oder Bruder dafür verpflichtet. Der Tote hatte zwei Söhne und diese umrunden nun die Leiche, die auf das Holz gebettet wurde. Unter dem Tuch wird der Mann noch der Unterhose entledigt, da man als Nackter geboren wird, geht der Körper auch wieder nackt. Reisig wird in brennbare Paste getunkt und der ältere Sohn steckt das erste qualmende Bündel in den Mund des Toten, der Rest wird an bestimmten Teilen an den Füssen und am Oberkörper abgelegt. Nach kurzem Warten verabschiedet sich jetzt die „Männerrunde“ und zieht sich zurück. Ein Profi legt Holz auf die Leiche und zündet Reisig an, alles beginnt zu qualmen. Nach 30 Minuten hat alles Feuer gefangen und spätestens jetzt verabschieden sich die Touristen, da die Nase zum Aufbruch ruft, wie auch bei uns! Die Nepalesen sind da abgehärteter und unterhalb der Verbrennungsplätze wird in der Asche und anderen Überresten nach Goldzähnen u.ä. gewühlt. Letztendlich schwimmt alles in der Brühe den langen Weg mit der Strömung Richtung Indien und Ganges.

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Zwischen Bettelnden, Behinderten, Betenden und Händlern drängen wir uns an den heiligen Kühen vorbei. Am Ausgang steht ein von Mutter Theresa gegründetes, ja wir würden Altenheim sagen. Auch wenn hier die Familie noch sehr viel Wert hat, gibt es doch Alte, die niemanden und nichts haben.
Ab heute sehen wir immer wieder die Männer mit geschorenen Köpfen und dem kleinen Zopf. Je nach Kaste (die trotz Abschaffung per Gesetz immer noch das Leben lenkt) gibt es Vorschriften, wie oft und wie lange dieses Ritual vollzogen werden muss, manchmal jahrelang und anfangs allwöchentlich.

Etwas aufgewühlt und müde schnell zurück ins Expeditionsmobil und zu Vega, es steht in der Nähe des Boudhanath (World Heritage Site).

Abenteuerreise Nepal – Der Pashupati Tempel oder der Umgang mit den Toten

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area
Carlos | 29. Juni 2010 | 09:20

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Die tiefsten Täler der Erde wurden von Flüssen gegraben und haben die einzige Handelsverbindung im Himalaya Hauptkamm von Tibet nach Indien geschaffen.Die Gebirgskulisse atemberaubend und die Ethnien vielfältig von der hohen Kaste der Bramanen der Hindus bis hin zu den Gruppierungen in den nördlichen Bergen, eng verbunden mit den Tibetern.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area

Das Annapurna Gebiet schmückt sich mit Achttausendern wie dem Dhaulagiri und dem Annapurna I. Bei guter Sicht konnten wir schon von Pokhara aus dem Tal heraus die schneebedeckten Bergkuppen sehen und wurden neugierig. Mit Hund und ohne Trekkingausrüstung, versuchten wir einen Weg mit dem Truck in Richtung Berge zu finden und erkundeten die Umgebung südlich des Gebietes – erfolglos. Auch Übernachtungsplätze sind eine Seltenheit. Kein Bauer hat hier ein Auto, also auch nirgends eine Zufahrt zu den Häusern und die Felder reichen bis an den Strassenrand. Wir finden letztendlich doch immer noch einen Platz.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Bis nach Beni, eine kleine Stadt westlich des Gebietes, ist die Strasse wie immer eng und schlecht. Am Rand stehen moderne Häuser und andere werden noch in altem Stil erbaut. Überall grüne Reisfelder im Tal, ein schneebedeckter Gipfel zeigt sich uns versteckt. Da wir in Tibet auf 5000 Metern Höhe unser Bett aufgeschüttelt hatten, waren wir auch nicht so erpicht auf das Erreichen der Berge, sehen wollten wir sie aber schon! In Sarangkot, 1592 m Höhe, in der Nähe von Pokhara, waren wir dann zufrieden: ein herrliches Frühstück im Freien mit einer so beeindruckenden Sicht auf die Himalaya Kette… Alle, die fit sind und genug Zeit und Interesse haben, sollten dieses Annapurna Gebiet zu Fuss umrunden, es ist traumhaft. In Richtung Süden von Sarangkot aus können wir auf den Fewa See blicken und sogar die Brücke in Pame über den Fluss erspähen.

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Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Völlig beglückt haben wir noch Erledigungen in Pokhara gemacht. An einer Tankstelle dürfen wir mal in so einen nepalesischen Truck glotzen. Kein Wunder, dass sie den Gegenverkehr nicht sehen! In Nepals Touristenstädten gibt es Supermärkte, die jedoch nicht unbedingt mit europäischen zu vergleichen sind. Es wäre ein gefundenes Fressen für deutsche Hygiene Kontrolleure! Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und wir uns schon langsam als solches fühlen, freuen wir uns trotz der Kakerlaken auf dem Fussboden über den riesen Laib Käse, der da auf Zeitungspapier für jeden zugänglich rum liegt – er schmeckt vorzüglich der Schnittkäse aus Yakmilch! Obst und Gemüse gibt es nur auf der Strasse, meist auf Karren, um immer mobil zu sein. Brot und Kuchen sind bei der German Bakery nach langer Durststrecke – ACHT MONATE! – ein wenig Deutschland für uns, es gibt salziges, dunkles Brot und Apfelkuchen!

10Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area

Nun fahren wir in unser grünes Idyll Pame zurück. Der schmale holprige Weg führt am Ufer des Fewa Sees entlang. Die ersten Felder werden am Ufer gepflügt, ein Mann treibt seine badenden Büffel schwimmend ans Ufer zurück. Immer mehr kleine Hotels werden gebaut, ein kleiner Laden für Allerlei reiht sich an den anderen. Busse sind überfüllt unterwegs.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area

Abenteuerreise Südostasien – Märkte und Essen
Carlos | 24. April 2010 | 08:08

abenteuerreise asien So ein Markt in Asien, also dort wo man einkauft, um danach etwas zu kochen, bringt immer wieder neues zu Tage. Allerdings kommt es darauf an, warum man auf dem Markt ist. Der normale Tourist macht einen Besuch vielleicht aus Neugierde oder wegen ein paar netter Bilder für die daheim gebliebenen, vielleicht ist er aber auch Adventure Eater!


Ich für meinen Teil jedoch möchte bei Gerichten bleiben, von denen ich annehme, dass es sich um Tiere handelt, die ich zumindest schon mal gesehen habe, und sei es im Discovery Channel. Aber der wirkliche Grund für meine Marktbesuche ist, ich will nicht verhungern. Denn ich bin in einer eineinhalb Zimmer Wohnung unterwegs und dass schon seit Monaten. Jeden Tag Essen zu gehen, ist nicht die Lösung und bitte wo anders, als hier auf den Märkten kauft der Koch?

abenteuerreise asien Zum andern nervt das klein Gehackte mit der Zeit, schmackhaft sicher, aber schwer zu definieren, von welcher Herkunft.
In Thailand war ja noch alles im grünen Bereich nur als ich die Verkäuferin fragte, weshalb ich für ein Kilo Fisch mehr bezahlen muss als mein thailändischer Vorgänger, bekam ich zur Antwort, du bist Farang, da spielt das Geld doch kein Rolle! Thai lieben Thais.

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Und ich bin stolz, sie hält mich für reich. Aber bitte erst die Katze von der Waage nehmen!

Mit der Zeit jedoch nervt es ein bisschen, jeder Thai mit Bauchladen hält mich für einen Millionär!

In der Nähe von Burma änderte sich das Angebot dann erheblich. Anständig in feine Plastiknetze verpackt schauen dich fette Kröten an, gut in Frankreich pflegt man die gleichen Bräuche, aber die armen Geschöpfe werden zumindest nicht stundenlang zum Vorgaren in die pralle Sonne gelegt. An gebackene Käfer und Maden ist der multikulti Fernseh-Reisende ja schon lange gewohnt, aber was ist das? Ob ich Probleme mit dem Abfluss habe, nein warum? Die sind der beste Abflussreiniger, fressen sich überall durch, na super und sonst, ins heiße Fett, schmecken köstlich und brauchst nicht mal ausnehmen! Vor oder nach dem Abfluss? Ich verkneife mir die Frage.

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In Laos schenkt mir die Marktfrau keinerlei Aufmerksamkeit, nein, nicht weil sie was gegen mich hat, sie ist schüchtern. Und bevor sie ihr Gesicht verliert, weil sie in keinster Weise mit mir kommunizieren kann, schaut sie mich lieber erst gar nicht an. Ich hingegen kann den Blick nicht abwenden, obwohl mir schlecht wird und deutlich spüre, wie der Herpes nur vom Zusehen an meiner Lippe festmacht. Nebenan isst gerade ein Mann angebrütete Eier. Nicht nur der Geruch, auch der Anblick des fast fertigen Embryo, der ihm genussvoll auf der Zunge zergeht, lassen mich die Nase hochziehen. Nein ich möchte nicht versuchen und dann meine Meinung bilden, hier und jetzt bin ich gerne Bauer und der isst ja bekanntlich nichts, was er nicht kennt!

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Kambodscha bringt jede Menge Spass auf den Märkten, die Khmer sind freundlich und immer zu einem Spässchen bereit, auch wenn wir uns mit Händen und Füssen verständigen.

abenteuerreise asien abenteuerreise asien Allerdings setzt das positive Gefühl erst ein, wenn man den Markt wieder verlassen hat. Denn ich sollte das Areal nur mit Gummistiefeln betreten, ich finde immer und das ohne Ausnahme, eine Stelle in der Wasser mit Blut und Därmen oder anderem vermengt ein paar Zentimeter hoch steht. Und genau auf die andere Seite, da muss ich hin. Der eine oder andere Fisch, zu klein zum Verkaufen, windet sich auf dem Boden auf der Suche nach Wasser und jedes Mal wenn mir etwas Glitschiges über den Fuss gleitet zwinge ich mich, nicht hin zu sehen. Will nicht wieder, den Fisch in der Hand, auf dem Markt herumlaufen um ihn zu retten. Denn selbst seine grossen Kumpels darben ohne Wasser dahin. Gewöhnungsbedürftig, dass Fisch und Fleisch einträchtig nebeneinander verkauft werden, nicht auf zwei Tischen nebeneinander, sondern direkt Fleisch an Fisch oder Fisch an Fleisch. Wobei schwierig auszumachen ist was nun Fisch und was nun Fleisch ist. Die Fliegen stehen so dicht und wenn man wedelt sieht man ein paar Sekunden gar nichts, bevor jede wieder auf ihrem Stammplatz ist. Und wie nach jedem Marktbesuch kommt unweigerlich die Frage, sind die Frauen gerade erst aufgestanden oder wollen sie gleich zu Bett? Denn sie hatten ja noch ihre Schlafanzüge an.

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Aber nun ist genug, bevor ich böse Briefe erhalte mit dem Tipp, meinen Allerwertesten am besten doch zu Hause zu lassen, es ist alles nicht so ernst gemeint, und doch so erlebt! Und wenn es dir die Nase hoch ging, lächle und lies noch mal. Noch lebe ich, Indien ist erst im nächsten Monat dran. Am Abend vor dem Schlafengehen, das Essen war wie immer (meist) sehr gut, ist dann wieder alles klar mit der Reiserei im Allgemeinen, dann weiss ich wieder, dass ich nicht für den Schrebergarten geboren bin.

Reiseberichte Asien – Die Planung
Carlos | 10. November 2009 | 08:51

Ursprünglich wollten wir die klassische Route von Deutschland aus fahren, Türkei, Iran, Pakistan, Indien. Von dort einen Weg weiter nach Süd-Ost suchen. Aber in der Planungsphase werden die Nachrichten aus Pakistan immer Besorgnis erregender. Alle Quellen werden angezapft, meine Iranischen Mieter rufen im Iran an, ja die Grenze zu Pakistan ist gerade gesperrt. Kein Durchkommen für Touristen. Ich bekomme Infos zu den ersten Entführungen westlicher Touristen in Pakistan übermittelt. Die Taliban sind auf dem Vormarsch in den Süden Pakistans. Augen zu und durch?
Nach unseren Bombenerlebnissen in Afrika habe ich kein dringendes Bedürfnis, mal wieder unter die Räder zu kommen. Alternativen müssen her. Landkarten aus Asien liegen auf dem Tisch ausgebreitet, bis tief in die Nacht sitzen wir gebeugt darüber und diskutieren. Es bleibt im Grunde nur, den Truck nach Thailand zu verschiffen, dort die Reise zu beginnen. Vega einen 12 Stunden Flug zuzumuten, ist eine Aussicht, die mich wenig glücklich macht. Fliegen mit dem Hund war immer nur für absolute Notsituationen gedacht.
Letztendlich sticht für eine Verschiffung Uta´s Argument “ Wenn es uns in Pakistan auf der Rückreise erwischt, haben wir wenigstens schon einiges erlebt“. Dem kann ich nichts entgegensetzen und so beginnen die Recherchen. Wir benötigen Infos zu Verschiffungen von Fahrzeugen, Flug mit Hund, Einreisebestimmungen für Hunde in Thailand, Einreisebestimmungen für Fahrzeuge in Thailand, Visa Bestimmungen für Thailand, Malaysia, Indonesien, Laos, Kambodscha und Vietnam. Und ich brauche Infos von Leuten, die schon mit Hunden geflogen sind. Das ist das Thema, das mich die nächsten Wochen am intensivsten beschäftigen wird, Hund und Flug, meine größte Sorge.




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