Hier dreht sich alles um Fernreisen abseits der Touristenströme. Unterwegs sind wir in einem Off Road fähigen Mercedes 917 Allrad, der zum Wohnmobil aus- und umgebaut wurde. Meine treue Begleiterin Vega, ein spanischer Tierheimhund, ist immer mit dabei. Nach unserer Transafrika Tour, die uns viele Reiseabenteuer und skurrile Geschichten, aber auch an den Rand des Abgrundes brachte, sind wir nun in Asien unterwegs. Von Südostasien aus werden wir versuchen einen Weg nach Hause zu finden …
Posts for category ‘Burma’
Da wir nun schon fast drei Monate in Thailand sind und Burma quasi im Sichtbereich liegt, machen wir noch einen Visa Run. Ein Grund, die Friendship Bridge „Mae Nam Moei“ nach Burma zu überqueren und einen kleinen Eindruck zu gewinnen.
Diese Brücke ist eigentlich Bestandteil des Projektes „Pan Asia Highway“, ist aber immer noch für den internationalen Verkehr gesperrt. Da wir sowieso nicht mit dem Truck einreisen dürfen, müssen wir also per pedes die Brücke überqueren. In der Mitte der Brücke, wir stehen nun genau über dem Moei River, sehen wir wie die Asiaten hier den „kleinen Grenzverkehr“ verstehen.
LKW Reifen dienen als Fähre und alle und alles wird über den Fluss und Grenze transportiert, Menschen, Kartons, Fahrräder … Kräftige Männer paddeln und schwimmen mit den Reifen kontrolliert ans andere Ufer, lassen aussteigen und schleppen sie dann gegen die Strömung wieder zurück.
Der Verkehr in beiden Richtungen ist erstaunlich. Niemand kümmert es, die Brücke mit dem Kontrollposten nur für uns?
Sehr viele Ausländer betreten beim Visa Run wahrscheinlich nicht den Boden von Burma, wir werden sofort umzingelt und von Rikschafahrern verfolgt. Etwas anders ist es hier doch in Myawaddy, so heißt die Stadt, obwohl wir nicht im wirklichen
armen Burma sind, hier blüht das Grenzgeschäft. Wir bummeln die Hauptstrasse entlang bis zu einem Stupa. Wir können in einige kleine Gassen blicken, Wasser wird gerade in kleinen Tanks angeliefert, also kein fliessend Wasser.
Um es mal auszuprobieren, lasse ich mir eine Bethelnuss einwickeln, sie soll die Gedanken schnell und die Zähne rot machen … oh Gott ist das eklig. Angewidert fliegt das Teil aus dem Mund und beim Lachen der umstehenden wird zumindest klar, das der zweite Teil stimmt, aus den lachenden Mündern blitzen mir all samt rote Zähne entgegen.
Neugierig biegen wir in eine schmale Marktgasse ein. Ähnlich wie in Mae Sot, nur kleiner und etwas schmuddeliger. Ein Stand folgt dem anderen, mal groß mit einer mitten unter dem Fleisch sitzenden Frau die mit einem Wedel den aussichtslosen Kampf mit den Fliegen aufgenommen hat, mal klein, dann sitzt der oder die Besitzern vor der Auslage auf dem Boden. Es riecht ordentlich nach getrocknetem Fisch, aber es ist schon sehr interessant welch unterschiedliche Fische hier verkauft werden. Und in welchen Massen. Die Waren sind im Vergleich zu Thai Märkten deutlich mehr Chinesisch geprägt, ich sehe den gleichen Billig Schrott wie in Afrika.
Zum Abschluss unserer Stippvisite in Burma gönnen wir uns noch einen Kaffee und ich kann die Geldwechsler beobachten, ganze Packen mit Geld sind da auf dem Tisch, werden gezählt und zu Bündeln gepackt weggetragen und wieder andere liefern Gelder in Säcken an. Ob da alles mit rechten Dingen zugeht?
Am Kontrollposten auf der Myanmar Seite nehmen wir wieder Platz, damit wir für die Kamera an der richtigen Stelle postiert sind. Sehr nett werden uns die Pässe gereicht und die Stempel gezeigt, einen guten Weg und auf Wiedersehen! Als wenn wir gerade ein Cafe verlassen. Von der Brücke aus fotografieren wir den Moei Markt auf Thailändischer Flussseite. Das Militär hat den Uferbereich „bereinigt“ und das Buschwerk abgebrannt, in dem sonst die Burmesen hausen müssen. Wir bekommen einen neuen Stempel in den Pass gedrückt und können somit wieder drei Monate in Thailand bleiben.
Schlagwörter: abenteuerreise asien, Bethelnuss, Border Run, Burma, Friendship Bridge, Grenzgeschäft, kleiner Grenzverkehr, Mae Nam Moei, Moei Markt, Myanmar, Myawaddy, Pan Asia Highway, Stupa, Thailand, Truck, Visa Run


