Hier dreht sich alles um Fernreisen abseits der Touristenströme. Unterwegs sind wir in einem Off Road fähigen Mercedes 917 Allrad, der zum Wohnmobil aus- und umgebaut wurde. Meine treue Begleiterin Vega, ein spanischer Tierheimhund, ist immer mit dabei. Nach unserer Transafrika Tour, die uns viele Reiseabenteuer und skurrile Geschichten, aber auch an den Rand des Abgrundes brachte, sind wir nun in Asien unterwegs. Von Südostasien aus werden wir versuchen einen Weg nach Hause zu finden …
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Nachdem wir nun versuchen werden, Südostasien zu verlassen, ist Zeit für ein Resümee.
Es bleibt wenig Raum für Entdecker und Abenteurer, alles ist touristisch sehr erschlossen und die Smaragde findet man letztendlich nicht das erste Mal. Für Afrika habe ich auch einige Reisen benötigt, um sie zu entdecken!
Ob Südostasien noch mal bereist wird im Truck, steht in den Sternen, wir werden sehen. Sicher ist, es war eine gute Zeit hier. Nie hatten wir ernsthafte Probleme bei den vielen Übernachtungen irgendwo im Nirgendwo! Das alleine zählt.
Was fehlt sind die Landschaften, die einem den Atem nehmen, die Weite, das wilde Land. Ebenso hat man kaum eine Möglichkeit, der oftmals unerträglichen Hitze zu entfliehen, mal in die Berge zu fahren, sich ab zu kühlen.
Als besonders schön fand ich, Vega konnte überall mit gehen, trotz Respekt ob ihrer Größe wurde nie ein böser Blick oder gar garstiges Wort gesehen oder gehört! Ein Umstand, der das Reisen für uns reisenswert macht.
Wobei die Menschen hier überhaupt zu uns Farang oder Barang sehr rücksichtsvoll sind.
Manchmal kommt das einem auch wie Desinteresse vor aber ich denke, das liegt meist in der schwierigen Verständigung begründet.
Wenn das Eis gebrochen, gerade wenn man bei etwas behilflich ist, gibt es Akzeptanz und lachende Gesichter bei Jung und Alt.
Am besten hat es mir in Kambodscha gefallen, die Menschen sind offen, immer zu einem Spass zu haben, auch wenn sie kein Englisch sprechen, sehr freundlich (ausgenommen natürlich der, der Vega mit der Axt erschlagen wollte). So nah beieinander liegen Thailand, Laos, Burma und Kambodscha, so verschieden sind sie jedoch, so unterschiedlich die Meinungen darüber. Ansichtssache. Für uns beeindruckend die pure Lebensart der einfachen Menschen und Hilltribes, die bunten Märkte und Essgewohnheiten, der Buddhismus mit seinen Mönchen, die Khmer mit ihrer alten Architektur.
So war Südostasien sicherlich eine Reise wert, aber wir wollen das Kapitel noch nicht abschließen, denn…
ob wir in China mit Vega einreisen können, ist ebenso offen wie die Frage, ob wir über Tibet nach Nepal kommen!
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So ein Markt in Asien, also dort wo man einkauft, um danach etwas zu kochen, bringt immer wieder neues zu Tage. Allerdings kommt es darauf an, warum man auf dem Markt ist. Der normale Tourist macht einen Besuch vielleicht aus Neugierde oder wegen ein paar netter Bilder für die daheim gebliebenen, vielleicht ist er aber auch Adventure Eater!
Ich für meinen Teil jedoch möchte bei Gerichten bleiben, von denen ich annehme, dass es sich um Tiere handelt, die ich zumindest schon mal gesehen habe, und sei es im Discovery Channel. Aber der wirkliche Grund für meine Marktbesuche ist, ich will nicht verhungern. Denn ich bin in einer eineinhalb Zimmer Wohnung unterwegs und dass schon seit Monaten. Jeden Tag Essen zu gehen, ist nicht die Lösung und bitte wo anders, als hier auf den Märkten kauft der Koch?
Zum andern nervt das klein Gehackte mit der Zeit, schmackhaft sicher, aber schwer zu definieren, von welcher Herkunft.
In Thailand war ja noch alles im grünen Bereich nur als ich die Verkäuferin fragte, weshalb ich für ein Kilo Fisch mehr bezahlen muss als mein thailändischer Vorgänger, bekam ich zur Antwort, du bist Farang, da spielt das Geld doch kein Rolle! Thai lieben Thais.
Und ich bin stolz, sie hält mich für reich. Aber bitte erst die Katze von der Waage nehmen!
Mit der Zeit jedoch nervt es ein bisschen, jeder Thai mit Bauchladen hält mich für einen Millionär!
In der Nähe von Burma änderte sich das Angebot dann erheblich. Anständig in feine Plastiknetze verpackt schauen dich fette Kröten an, gut in Frankreich pflegt man die gleichen Bräuche, aber die armen Geschöpfe werden zumindest nicht stundenlang zum Vorgaren in die pralle Sonne gelegt. An gebackene Käfer und Maden ist der multikulti Fernseh-Reisende ja schon lange gewohnt, aber was ist das? Ob ich Probleme mit dem Abfluss habe, nein warum? Die sind der beste Abflussreiniger, fressen sich überall durch, na super und sonst, ins heiße Fett, schmecken köstlich und brauchst nicht mal ausnehmen! Vor oder nach dem Abfluss? Ich verkneife mir die Frage.
In Laos schenkt mir die Marktfrau keinerlei Aufmerksamkeit, nein, nicht weil sie was gegen mich hat, sie ist schüchtern. Und bevor sie ihr Gesicht verliert, weil sie in keinster Weise mit mir kommunizieren kann, schaut sie mich lieber erst gar nicht an. Ich hingegen kann den Blick nicht abwenden, obwohl mir schlecht wird und deutlich spüre, wie der Herpes nur vom Zusehen an meiner Lippe festmacht. Nebenan isst gerade ein Mann angebrütete Eier. Nicht nur der Geruch, auch der Anblick des fast fertigen Embryo, der ihm genussvoll auf der Zunge zergeht, lassen mich die Nase hochziehen. Nein ich möchte nicht versuchen und dann meine Meinung bilden, hier und jetzt bin ich gerne Bauer und der isst ja bekanntlich nichts, was er nicht kennt!
Kambodscha bringt jede Menge Spass auf den Märkten, die Khmer sind freundlich und immer zu einem Spässchen bereit, auch wenn wir uns mit Händen und Füssen verständigen.
Allerdings setzt das positive Gefühl erst ein, wenn man den Markt wieder verlassen hat. Denn ich sollte das Areal nur mit Gummistiefeln betreten, ich finde immer und das ohne Ausnahme, eine Stelle in der Wasser mit Blut und Därmen oder anderem vermengt ein paar Zentimeter hoch steht. Und genau auf die andere Seite, da muss ich hin. Der eine oder andere Fisch, zu klein zum Verkaufen, windet sich auf dem Boden auf der Suche nach Wasser und jedes Mal wenn mir etwas Glitschiges über den Fuss gleitet zwinge ich mich, nicht hin zu sehen. Will nicht wieder, den Fisch in der Hand, auf dem Markt herumlaufen um ihn zu retten. Denn selbst seine grossen Kumpels darben ohne Wasser dahin. Gewöhnungsbedürftig, dass Fisch und Fleisch einträchtig nebeneinander verkauft werden, nicht auf zwei Tischen nebeneinander, sondern direkt Fleisch an Fisch oder Fisch an Fleisch. Wobei schwierig auszumachen ist was nun Fisch und was nun Fleisch ist. Die Fliegen stehen so dicht und wenn man wedelt sieht man ein paar Sekunden gar nichts, bevor jede wieder auf ihrem Stammplatz ist. Und wie nach jedem Marktbesuch kommt unweigerlich die Frage, sind die Frauen gerade erst aufgestanden oder wollen sie gleich zu Bett? Denn sie hatten ja noch ihre Schlafanzüge an.
Aber nun ist genug, bevor ich böse Briefe erhalte mit dem Tipp, meinen Allerwertesten am besten doch zu Hause zu lassen, es ist alles nicht so ernst gemeint, und doch so erlebt! Und wenn es dir die Nase hoch ging, lächle und lies noch mal. Noch lebe ich, Indien ist erst im nächsten Monat dran. Am Abend vor dem Schlafengehen, das Essen war wie immer (meist) sehr gut, ist dann wieder alles klar mit der Reiserei im Allgemeinen, dann weiss ich wieder, dass ich nicht für den Schrebergarten geboren bin.
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Vier Tage nach Ankunft in Thailand muss ich schon wieder los. Den Truck aus Malaysia holen. Uta bleibt mit Vega aufgrund der Einreiseprobleme für Hunde in Malaysia im Bungalow. Mit Air Asia fliege ich für knappe 50 Euro nach Kuala Lumpur. Als ich nach ruhigem Flug dort lande muss ich feststellen, dass es in Thailand nicht wirklich schwülheiß war, hier in Kuala Lumpur ist es wie in der Waschküche, Kochwaschgang!
Im klimatisierten Taxi geht es zu der Adresse, die ich vom deutschen Agenten bekommen habe, zumindest behauptet es der Taxler. Nach vier Stunden fahrt steht fest, der Junge hat keinen Plan. Super, denn verständigen können wir uns kaum. Als wir das dritte Mal um den gleichen Block fahren, lasse ich ihn stoppen, er soll nach dem Weg fragen. Eine weitere Stunde später, es ist bereits dunkel, sind wir immer noch auf der Suche nach der richtigen Adresse, ich hab noch keine Bleibe und werde unruhig. Letztendlich lande ich in einem wenig vertrauenswürdigen Viertel. Das Hotel, vor 50 Jahren sicher ein Highlight, gefällt mir gar nicht, mangels Alternativen nehme ich ein Zimmer.
Montag – nach weiteren 3 Stunden Irrfahrt stehe ich vor einem großen Bürokomplex, gefunden! Nun geht alles seinen Gang,
ich muss ein paar Mal zum Hafen fahren und wieder ins Büro zurück, immer mit Papieren die ich weder lesen kann, noch deren Bedeutung ich verstehe. Clearing nennt man das. Aber am Abend wird erklärt, morgen könne es klappen, den Truck aus dem Hafen zu bekommen. Etwas sehr interessantes kann ich aus dem Büro der Reederei berichten: alle Mitarbeiter müssen zweimal am Tag ihre Temperatur messen und in ein dickes Buch eintragen und überall stehen große Flaschen zum Desinfizieren der Hände -h1n1.
Ein einladendes Hotel finde ich heute. Mein Zimmer, das letzte das frei war, etwa 6 qm groß ohne Fenster aber mit AirCon. Die beiden netten Mädchen vom Empfang erklären mir, wo es hier das beste Essen gibt. Reichlich gestärkt gehe ich zeitig zu Bett, um gegen 4 Uhr morgens kurz vor dem Ersticken aufzuwachen. Das ganze Hotel ist ohne Strom und in meiner Besenkammer wurde die Luft knapp. Bis früh um 7 liege ich bei offener Tür in kaum erträglicher Hitze auf dem Bett. Der Hotelbesitzer entschuldigt sich vielmals für den
Stromausfall und bietet mir an, in seinem Haus zu duschen. Die Aussicht auf ein kühles Auto lässt mich sofort zusagen. In dem auch für europäische Verhältnisse komfortablen Anwesen wird Kaffee serviert und nach dem Duschen werde ich zum Frühstück eingeladen. Vorzüglich, alles andere wäre gelogen, das morgendliche Mahl – weniger Frühstück – offenbart exzellente Küche. Rund und gespickt mit einigen Geschichten von Land, Leuten und Kultur in gebrochenem Englisch werde ich zum Hafen gefahren.
Nach nur zwei Stunden ist alle Bürokratie und Finanzen erledigt. Direkt hinter dem Hafen Gate bleibe ich stehen und räume den Truck um. Ich schwitze dabei wahrlich wie ein Schwein, Rinnsale laufen. Den Ersatzreifen, 80 kg, wuchte ich mit Hilfe von Hafenarbeitern auf das Fahrerhausdach. Mit drei Flaschen Mineralwasser gehe ich in die Dusche der Wohnkabine, der Wassertank ist noch leer, und erfrische mich. Mit nur einem kurzen Schlafstopp fahre ich fast ohne Pause bis Phuket.
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