Posts tagged ‘Malaysia’

Abenteuerreise Asien – Leben mit Technik und Ameisen in Thailand
Carlos | 28. Dezember 2009 | 09:01

Schon von Anbeginn der Reise auf Phuket, es war noch Regenzeit, kamen erste Problemchen auf. Unser netter Bungalow Vermieter Capt. Horst bestätigte, dass Laptops und Handys schnell bei der Luftfeuchtigkeit den Geist aufgeben und rosten. Und so entwickelt mein Notebook ein gewisses Eigenleben, nichts was nicht mit Batterie entfernen (also totaler Stromentzug) wieder zu beheben wäre, aber sehr dynamisch. Es fühlte sich auch alles klamm an, Plastik und Metall waren immer etwas beschlagen. Das Autoradio verabschiedete sich bereits nach zwei Stunden in Malaysia mit leichten Rauchwolken aus dem Gehäuse.

Dass sich der Hausstrom mal für ungewisse Zeit verflüchtigt, ist eher normal. Und Verteilerdosen sind Kunstgegenstände. Jedes Kabel wird dekorativ um die Verteilerdose herum verlegt, als wolle man der Verteilerdose nicht wehtun. Nicht zu viele Kabel in das Innere führen, da ist eh wenig Platz. Viel Platz ist um die Dose herum. Dort werden die Kabel verdreht und mit etwas Isolierband gegen Berühren gesichert. Die Dose hängt ja weit oben. Wer dort hoch greift ist selbst Schuld.

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So mancher Sicherungskasten baumelt irgendwo ungeschützt ausserhalb des Hauses. Und wenn es hier regnet, dann regnet es nicht, es schüttet wahre Kübel! Immer wieder wird uns bewusst, dass nur in Europa so viele Leitungen in die Erde verlegt werden. Dicke Leitungsknäule hängen an Strassenecken und oft ist alles für die 3,50 m unseres Trucks zu tief und wir müssen Umwege suchen.

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Auf Campingplätzen sind Steckdosen neue Heimat für einiges krabbelndes Getier geworden, Lichtschalter mit umherstehenden Drähten funktionieren nicht. Da musste dann schon hin und wieder das Notstromaggregat an die Arbeit!

Ameisen sind überall sofort zur Stelle und – sie lieben Strom! Er ist warm und hat vielleicht gewisse Schwingungen … jedenfalls hat der Truck den Vorteil, dass er sich ständig bewegt und die Ameisen nicht die Zeit haben, ganze Völker anzusiedeln. Anders natürlich die längere Zeit in Mae Sot bei Tom. Sein Sicherungskasten musste entvölkert werden und als wir den Laptop vom Haus in den Truck stellten, wunderten wir uns über den plötzlichen Ameisenbefall. Woher!? Oh nein, sie krabbelten aus allen Anschlussöffnungen am Rechner! Ewig haben wir davor gehockt und die Ameisen abgepasst, und, ich gebe es zu, ich wurde zum Massenmörder! Vor dem Rechner sitzend, den Akku ausgebaut wird überlegt, was wir noch öffnen können, ohne dem Rechner zu schaden. abenteuerreise asien - technik in thailand

Gern hätten wir in dem Moment Mathias angerufen (Mathias Heinz von der Fa. Hartmann in Neustadt/Aisch) und seinen Rat eingeholt. An dieser Stelle, Dank sei ihm für die sehr gute Beratung, Verständnis und Freundlichkeit, die er und die gesamten EDV-Abteilung uns in der angespannten Vorbereitungszeit der Reise in Sachen Technik entgegen gebracht haben! Bereits zum zweiten Mal haben die Jungs mir für meine Abenteuerreisen die gesamte Hard- und Software zusammen gestellt (das alles ohne Sponsoring, also echte Annerkennung für die Leute samt Firma).

Alles ganz normal, keine wirklichen Tücken, nur eben etwas gewöhnungsbedürftig!

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Reiseberichte Asien – Die Planung
Carlos | 10. November 2009 | 08:51

Ursprünglich wollten wir die klassische Route von Deutschland aus fahren, Türkei, Iran, Pakistan, Indien. Von dort einen Weg weiter nach Süd-Ost suchen. Aber in der Planungsphase werden die Nachrichten aus Pakistan immer Besorgnis erregender. Alle Quellen werden angezapft, meine Iranischen Mieter rufen im Iran an, ja die Grenze zu Pakistan ist gerade gesperrt. Kein Durchkommen für Touristen. Ich bekomme Infos zu den ersten Entführungen westlicher Touristen in Pakistan übermittelt. Die Taliban sind auf dem Vormarsch in den Süden Pakistans. Augen zu und durch?
Nach unseren Bombenerlebnissen in Afrika habe ich kein dringendes Bedürfnis, mal wieder unter die Räder zu kommen. Alternativen müssen her. Landkarten aus Asien liegen auf dem Tisch ausgebreitet, bis tief in die Nacht sitzen wir gebeugt darüber und diskutieren. Es bleibt im Grunde nur, den Truck nach Thailand zu verschiffen, dort die Reise zu beginnen. Vega einen 12 Stunden Flug zuzumuten, ist eine Aussicht, die mich wenig glücklich macht. Fliegen mit dem Hund war immer nur für absolute Notsituationen gedacht.
Letztendlich sticht für eine Verschiffung Uta´s Argument “ Wenn es uns in Pakistan auf der Rückreise erwischt, haben wir wenigstens schon einiges erlebt“. Dem kann ich nichts entgegensetzen und so beginnen die Recherchen. Wir benötigen Infos zu Verschiffungen von Fahrzeugen, Flug mit Hund, Einreisebestimmungen für Hunde in Thailand, Einreisebestimmungen für Fahrzeuge in Thailand, Visa Bestimmungen für Thailand, Malaysia, Indonesien, Laos, Kambodscha und Vietnam. Und ich brauche Infos von Leuten, die schon mit Hunden geflogen sind. Das ist das Thema, das mich die nächsten Wochen am intensivsten beschäftigen wird, Hund und Flug, meine größte Sorge.

Reiseberichte Asien – Malaysia
Carlos | 1. November 2009 | 15:05

Obwohl ich nur kurze Zeit in Malaysia war, muss ich doch ein paar Zeilen dazu verlieren.

Die Hitze war schier unerträglich, nicht weil es warm war, in Malaysia habe ich nicht einen Tag die Sonne gesehen, nein, die drückende Schwüle war eine ziemliche Belastung. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob ich dies Vega zumuten kann. Keinen Malaysier habe ich auch nur 50 Meter zu Fuss gehen sehen. Vom klimatisierten Haus/ Wohnung/ Supermarkt/ Büro/ Geschäft ins klimatisierte Auto. Das kann ich jetzt gut verstehen.

Durchweg freundliche und hilfsbereite Menschen und eine vorzügliche Küche durfte ich erleben. Obwohl ich die erste Nacht in einem etwas schäbigen Hotel in einer noch schäbigeren Gegend verbracht habe, war mein abendlicher Gang um die Häuser auf Futtersuche ohne Probleme verlaufen. Bereits an der zweiten Strassenküche, die erste war versüfft und voller abgefuckter Typen, holte mich der Wirt persönlich ins Gastro hinein. Ich stand wohl etwas verloren rum, er zeigte mir, wie das hier mit der Selbstbedienung so abläuft. Aus einer Vielzahl von Töpfen und Schüsseln stelle ich mir mein Menue zusammen. Mit ein paar Malayien am Tisch habe ich sehr gut gegessen, nur die Unterhaltung war etwas bruchstückhaft jedoch durchaus angenehm.

Angenervt von der Sucherei ob des richtigen Büros und der folgenden Hin und Her Fahrerei wollte ich nicht versäumen, mich um ein Permit für Vega zu kümmern. Also einen Taxler erklärt, um was es geht und ins Amt gefahren. Vier mal sind wir gemeinsam durch den gesamten Bürokomplex gehastet, bis wir das richtige Büro gefunden haben. Was bitte hätte ich wohl alleine gemacht? Der Taxler übersetzt meinen Wunsch und ich lege das sehr aufwändige Amtstierärztlich Gesundheitszeugnis aus dem Noble House in London vor, dass aus Vega eine waschechte Engländerin macht (Hunde die aus England kommen müssen nicht in die obligatorische Quarantäne). Sorgsam studiert der Arzt das Dokument, verzieht die Unterlippe leicht und nickt, gut, wo ist der Hund? Wird mir übersetzt. Nun muss ich die Hosen runter lassen, der kommt erst in zwei Wochen aus Thailand über Land nach Malaysia.

Ja dann, muss der Hund bei der Einreise in Quarantäne, nur wenn der Hund direkt von England nach Malaysia transportiert wird ist keine Quarantäne vorgeschrieben. Ich versuche noch etwas zu diskutieren aber der Arzt macht nicht den Eindruck, dass wir hier verhandeln können. Liest sich schnell, war aber ein, zwei Stunden Gespräch, mit all den Erklärungen und Übersetzungen, alles sehr zuvorkommend, freundlich und immer lächelnd. Aber so schnell gebe ich nicht auf, werde es direkt an der Grenze noch mal versuchen.

Die erste Fahrt auf Asiens Strassen Richtung Thailand verläuft besser als gedacht, top Ausschilderung, top Strassen und das fahren auf der falschen Seite geht auch besser, als gedacht. Afrika Erfahrungen zahlen sich halt überall aus!

Nur die Temperaturen, es ist Mitternacht und der Schweiß läuft und läuft. Die erhoffte Abkühlung im Bereich der Cameron Mountains bleibt ebenso aus. An den großräumigen Rastplätzen gibt es lecker Essen und erst gegen vier in der Früh kann ich zwei Stunden schlafen. An der letzten Tankstelle will ich die restlichen Riggits vertanken und der Betreiber klärt mich auf, dass Diesel in Thailand teuerer ist. Schlauer Bursche! Schnell haben wir eine Lösung gefunden und für 100 US Dollar tanke ich den Truck randvoll.

An der Grenze geht alles reibungslos, der Beamte aus Malaysia nimmt Carnet und Pass und nach 10 Minuten kommt er mit beiden gestempelt zurück. Keiner will in den Truck sehen. Mein Versuch, ein Permit für Vega zu bekommen scheitert auch hier. Nett und freundlich die gleiche Aussage, per Flugzeug aus England gerne aber über Land ist Quarantäne vorgeschrieben. Wir werden sehen. Die Kurzvisite in Malaysia hat mir sehr gut gefallen, trotz Ramadan (wieder eine Afrika Erfahrung) waren auf allen Ämtern nette Menschen, würde gerne mehr sehen und erleben, aber Vega geht im Zweifel vor.




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