Posts tagged ‘Tibet’

Abenteuerreise Indien – ist der Dalai Lama zu Haus?
Carlos | 5. September 2010 | 11:00

Zwischen Manali und Mandi gibt es eine kleine Abkürzung mit einem Abstecher zum Prashar See mit Tempel. Die Strasse ist abenteuerlich und gleichzeitig schön, überall fliessen Bächlein hinab und alte, krumme Bäume stehen bemoost am Strassenrand. Uta bewundert die Rhododendrenbäume – ja Bäume! Schade nur, dass sie zu dieser Zeit nicht blühen. Unterwegs ist gleich ein dicker Ast zu tief für den Truck und ich muss die Axt auspacken. Nach einigen Schlägen kommen zwei Männer, die für solche Fälle und Erdrutsche die Strasse ablaufen. Ich werde vom Baum befohlen und die Fachleute gehen ans Werk! Und weiter nach einem Dankeschön… aber nur einige Hundert Meter! Da geht jetzt gar nichts: ein dicker Stein liegt im Weg und da PKW um ihn herum fahren können, wird hier auch nichts geräumt! In der Nähe stellen wir uns auf eine Ebene. Privat! Nach Bitten dürfen wir stehen bleiben und sind dann die nächsten Stunden umringt von Kindern und Bauern.

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Es sind noch ca. 5 km bis zum See und Tempel. Wir wollen Hund Vega eine Freude machen und starten mit Frühstück im Rucksack am nächsten Morgen. Wenn die Strasse nach dem Felsbrocken für den Truck befahrbar wäre, würden wir ihn mit den vorhandenen PS wegziehen… aber an einigen Stellen ist sie dann einfach zu schmal für meine 2,50 m! Im Nebel erreichen wir auf 2.700 m den See und Tempel. Erkennen können wir nichts und auch nach unserem Picknick löst sich nix auf. Na gut, zurück! Vega tobt immer noch rum wie beim ersten Meter, sie geniesst den langen Spaziergang, wir hingegen sind am Reisemobil angelangt total geschafft, nix mehr gewohnt!

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Kaum auf dem Rückweg, wieder stoppen – ein fetter Erdrutsch mit Steinen und grossem Baum! Wir nutzen den Moment und lassen die nächste Stunde eine kleine Quelle am Hang in unseren Wassertank lullern. Unsere Strassenbrigade vom Hinweg, die uns gleich freudig begrüsst, kann auch mit der Axt nicht helfen und gegen Abend kommt Gerät vom Tal und macht den Weg frei. Man darf es in den Bergen nicht eilig haben!

Ohne Umschweif zieht es uns nach Mc Leod Ganj bei Dharamsala, wo 1959 dem Dalai Lama und den von ihm durch den Himalaya geführten Flüchtlingen Asyl gewährt wurde. Wir parken etwas ausserhalb vor der „Kirche St. John in der Wildnis“. Zwar wie gewohnt vermüllt der Platz aber ruhig und wir können mit Vega gut um die Kirche und den alten Friedhof streichen.

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Normalerweise hat der Dalai Lama Tenzin Gyatso Audienzen auch für Touristen gegeben, nur halten ihn das Alter und die anderen politische Geschäfte in letzter Zeit davon ab. Da uns Tibet und der Buddhismus ans Herz gewachsen sind, hätten wir ihn doch gern getroffen. Vor dem Tor im Tsuglagkhang-Komplex stehen wir nicht allein, viele Pilger sind unterwegs und noch mehr Touristen. Wir besuchen das Museum über die Geschichte Tibets mit der Besetzung durch China, wobei Englisch-Indien, die Mongolen und Tibet selbst nicht ganz unschuldig sind.

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Es würde uns trotzdem interessieren, ob sich je ein chinesischer Tourist hierher getraut hat? Sicher nicht! Den Ort mit nachgebauten Tempeln und geretteten Reliquien aus der Zeit der Kulturrevolution haben wir uns etwas lauschiger vorgestellt, auch Buddhisten sind Asiaten, die mit der Ordnung nichts am Hut haben.
Auf dem Weg zum Expeditionsmobil gönnen wir uns Momos (Nudelteig gefüllt mit Gemüse) und Sahnetorte „Hohes Stück“ auf den Kuchenentzug

Abenteuerreise Indien – Das Kinnaur Tal und der reissende Sutlej
Carlos | 16. August 2010 | 06:00

Das Kinnaur Tal erreichen wir nun, es ist bekannt für die Apfelplantagen. Gleich werden Äpfel erworben bei einem stilechten Kaufmann – Männer und Frauen tragen eine Mütze mit grünem Umschlag und rotem Rand. Boh, schmeckt so ein richtiger Apfel verdammt gut! Keine einheitlich runde und mehlige China Frucht, nein, unrund und vernarbt mit roten Backen und knackig sauer! Überhaupt frisches Obst und Gemüse aus dem Kinnaur Tal in jedem Ort und in selbst gefalteten Tüten aus Zeitungspapier verpackt! Auch wenn die grosse Schweinerei mit dem modernen Chipstüten-Müll so manches verdirbt. Eier kaufen wir in Indien ungern, sie schmecken nicht so gut und die Hühner haben keinen guten Status hier.

Abenteuerreise Indien, Das Kinnaur Tal und der reissende Sutlej Abenteuerreise Indien, Das Kinnaur Tal und der reissende Sutlej Abenteuerreise Indien, Das Kinnaur Tal und der reissende Sutlej

Da es noch einen Ort geben soll, wo wir das Permit für die grenznahe Strecke kaufen können, stürzen wir uns ohne Furcht auf die zu schmale Strasse mit Angst erregenden Überhängen, Abbrüchen und… einen Blick auf den gewaltigen Fluss Sutlej. Überall Baustellen, das gesamte Tal gehört der Energiegewinnung. Die Kraft des Flusses gebändigt, bringt sie die Energie von zwei Atomkraftwerken und versorgt mehrere Landesteile Indiens mit Strom. Auch Geld kommt damit in dieses Kinnaur Tal und die Leute drohen ihre alte Kultur zu verlieren. Rasend schnell verschwinden die heimelichen schiefer gedeckten Steinhäuser und weichen Beton und Wellblech. Auch in Kalpa, wo wir zwischen den Wolken kurz einen Blick auf den heiligen Berg Kinnaur Kailash mit seinen 6050 m werfen können, muss man zwischen den Apfelterrassen etwas Altes suchen.

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In Recong Peo sind wir auf dem letzten Drücker vor dem Wochenende und bekommen mit einem Lächeln und einigen Unterschriften das nötige “Inner Line Permit“ für die Strasse an der Grenze zu Tibet. Typisch für Asien: jeder meint, etwas anderes wissen zu müssen, du musst nur solange suchen, bis der Richtige vor dir steht!

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Ungefähr 80 km führt die Strasse in dem immer schmaler werdenden Tal des Flusses Sutlej am steilen Hang entlang. Gott sei Dank kommt uns selten einer entgegen und wir bemerken, dass hier schon im richtigen Moment an einer breiteren Stelle gestoppt wird und nicht wie indisch üblich, fahren bis man sich gegenüber steht und nichts mehr geht. Unterwegs halten wir an den „komfortabelsten“ Hot Springs, die uns bis jetzt begegnet sind! Am Hang hochklettern, in den kaputten Verschlag klettern und den sehr heissen Strahl ohne Verbrennungen auf sich verteilen! Es tat trotzdem gut, auch wenn wir jeden Tag im gut ausgerüsteten Wohnmobil duschen können, ist eben abenteuerlicher. Das Essen danach noch indischer! Unter dem Felsvorsprung ist eine Wellblech-Verkleidung zur Küche exponiert und das Essen schmeckt!

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Es ist schon Nachmittag und wirklich überhaupt kein Stellplatz in Sicht! Das Tal wird immer enger und ab und zu zeigen sich einige „Leichen“ des gefährlichen Fahrens in dieser Gegend und Indien allgemein. Endlich verlassen wir den Weg des gigantischen Flusses Sutlej. An dem 3645 Meter hoch gelegenen, schönen Dorf Nako lassen wir am Rand eines Hubschrauberlandeplatzes die Flügel hängen und gehen mit Vega endlich weit spazieren mit Blick auf die 6000er um uns herum.

Abenteuerreise Indien, Das Kinnaur Tal und der reissende Sutlej

Abenteuerreise Indien – von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh
Carlos | 13. August 2010 | 06:00

Vor dem Mausoleum des berühmtesten Mogulherrschers – Akbar der Grosse – in Sikandra bei Agra, legen wir eine Kaffeepause ein. So ein sauberer, schattiger Platz hat schon Seltenheitswert in den Städten Indiens. Das grossartige Grabmal begann er selbst fertigen zu lassen, weisser Marmor und roter Sandstein sind in herrlicher Harmonie miteinander verarbeitet.

Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh

In Mathura, die Stadt liegt auf unserem Weg, wollen wir uns die Geburtsstätte des Hindu Gottes Krishna ansehen, kommen nur zu einer ungünstigen Zeit dort an. Über 40 Grad und kein Parkplatz für Expeditionsmobil mit Hund Vega in Sicht am späten Nachmittag. Mit dicken Augen und hängendem Unterkiefer fahren wir angenervt weiter.
Nach endlosem Stau hat uns die Metropole Delhi wieder, wo wir uns seit Beginn der Reise in den Momenten, in denen zu dicke Menschen ihre fetten Hunde angeleint im Park spazieren führen und danach in den Audi, Mercedes oder gar Porsche einsteigen, uns wie in Europa fühlen. Geld macht nicht zwangsweise glücklich im Herzen! In Delhi schnell ein Botschaftsbesuch und Einkauf, dann der Versuch den Highway 1 nach Norden zu finden. Einmal verfahren und du steckst in einer Marktstrasse fest! Das kostet Nerven und Zeit, wir kommen unseren „kalt“ ersehnten Bergen im Gebiet Himachal Pradesh im Norden nicht viel näher, wühlen uns schwitzend durch den Verkehr und die Baustellen.

Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh

Auf den Mopeds sitzen die Frauen überall seitlich auf dem Gefährt, noch ein Baby unter den Arm geklemmt, dann diese Fahrweise und schlechte Strassen dazu – dass sie da nie runter rutschen!? Aufgefallen ist uns, dass in Indien alles gebaut wird, ohne an irgendwelche Zusammenhänge zu denken, z.B. tolle neue Strasse! – aber dass das Regenwasser irgendwo hin muss…
Hinter der kleinen Stadt Kalka geht es bergauf, der Wind wird etwas frischer. In Shimla, ehemals Sommerhauptstadt der britischen Gesellschaft, suchen wir das Büro, dass uns das “Inner Line Permit“ kostenlos ausstellen kann – laut Reiseführer. Auf unserer Route nähern wir uns sehr der Grenze nach Tibet und diese Genehmigung muss man sich dafür einholen. Das Suchen und Finden der richtigen Person im richtigen Zimmer war schon einen Roman wert, die Erklärung, dass wir für zwei Personen und ohne Reiseagentur, dieses Permit gar nicht bekommen, eine noch nicht bekannte Variante. Unseren Frust lassen wir in einer Konditorei aus!

Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh

Die Nacht an einem Berghang mit einem wunderschönen Blick ins mit Wolken verhangene Tal bringt uns wieder Ruhe. Der Spaziergang mit Vega beschert uns frischen Thymian, wilden Majoran und Minze, endlich mal wieder Kräuter, hatte Uta bis jetzt vermisst. Es gibt hier wilden Hanf, da kann keine Nase daran vorbei, sehr intensiv! Nur was damit anstellen? Um die Ecke schauen „Baba“ und sein Komparse, Sadus, die hier ihren Tempel haben und ein kleines Bauprojekt auch mit Fotogeld finanzieren. Geld bekommen sie nicht viel von uns für den Beton, dafür Tee und Obst. Bei sprachlicher Möglichkeit, hätten wir gefragt, warum sie es nicht mit Schiefer und eigenen Händen nach alter Baukunst errichten… Apropos eigene Hände: die Granitsteine für den Bau werden von hand zerkleinert, die ganze Familie hockt an der Strasse beisammen und klopft die Steine klein, Tag für Tag und immer noch ein Lächeln dabei!

Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh Abenteuerreise Indien, von Agra nach Shimla im Himachal Pradesh

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area
Carlos | 29. Juni 2010 | 09:20

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Die tiefsten Täler der Erde wurden von Flüssen gegraben und haben die einzige Handelsverbindung im Himalaya Hauptkamm von Tibet nach Indien geschaffen.Die Gebirgskulisse atemberaubend und die Ethnien vielfältig von der hohen Kaste der Bramanen der Hindus bis hin zu den Gruppierungen in den nördlichen Bergen, eng verbunden mit den Tibetern.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area

Das Annapurna Gebiet schmückt sich mit Achttausendern wie dem Dhaulagiri und dem Annapurna I. Bei guter Sicht konnten wir schon von Pokhara aus dem Tal heraus die schneebedeckten Bergkuppen sehen und wurden neugierig. Mit Hund und ohne Trekkingausrüstung, versuchten wir einen Weg mit dem Truck in Richtung Berge zu finden und erkundeten die Umgebung südlich des Gebietes – erfolglos. Auch Übernachtungsplätze sind eine Seltenheit. Kein Bauer hat hier ein Auto, also auch nirgends eine Zufahrt zu den Häusern und die Felder reichen bis an den Strassenrand. Wir finden letztendlich doch immer noch einen Platz.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Bis nach Beni, eine kleine Stadt westlich des Gebietes, ist die Strasse wie immer eng und schlecht. Am Rand stehen moderne Häuser und andere werden noch in altem Stil erbaut. Überall grüne Reisfelder im Tal, ein schneebedeckter Gipfel zeigt sich uns versteckt. Da wir in Tibet auf 5000 Metern Höhe unser Bett aufgeschüttelt hatten, waren wir auch nicht so erpicht auf das Erreichen der Berge, sehen wollten wir sie aber schon! In Sarangkot, 1592 m Höhe, in der Nähe von Pokhara, waren wir dann zufrieden: ein herrliches Frühstück im Freien mit einer so beeindruckenden Sicht auf die Himalaya Kette… Alle, die fit sind und genug Zeit und Interesse haben, sollten dieses Annapurna Gebiet zu Fuss umrunden, es ist traumhaft. In Richtung Süden von Sarangkot aus können wir auf den Fewa See blicken und sogar die Brücke in Pame über den Fluss erspähen.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area Völlig beglückt haben wir noch Erledigungen in Pokhara gemacht. An einer Tankstelle dürfen wir mal in so einen nepalesischen Truck glotzen. Kein Wunder, dass sie den Gegenverkehr nicht sehen! In Nepals Touristenstädten gibt es Supermärkte, die jedoch nicht unbedingt mit europäischen zu vergleichen sind. Es wäre ein gefundenes Fressen für deutsche Hygiene Kontrolleure! Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und wir uns schon langsam als solches fühlen, freuen wir uns trotz der Kakerlaken auf dem Fussboden über den riesen Laib Käse, der da auf Zeitungspapier für jeden zugänglich rum liegt – er schmeckt vorzüglich der Schnittkäse aus Yakmilch! Obst und Gemüse gibt es nur auf der Strasse, meist auf Karren, um immer mobil zu sein. Brot und Kuchen sind bei der German Bakery nach langer Durststrecke – ACHT MONATE! – ein wenig Deutschland für uns, es gibt salziges, dunkles Brot und Apfelkuchen!

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Nun fahren wir in unser grünes Idyll Pame zurück. Der schmale holprige Weg führt am Ufer des Fewa Sees entlang. Die ersten Felder werden am Ufer gepflügt, ein Mann treibt seine badenden Büffel schwimmend ans Ufer zurück. Immer mehr kleine Hotels werden gebaut, ein kleiner Laden für Allerlei reiht sich an den anderen. Busse sind überfüllt unterwegs.

Abenteuerreise Nepal – Annapurna Conservation Area




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