Als Abschluss der Zeit in Siem Reap wollen wir uns mit den nicht gerade billigen Bootsfahrten die schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap ansehen.
Im Hafen angekommen, ist die Trockenzeit nicht zu übersehen, der Wasserspiegel schwappt in einer trüben Mulde. Hunderte von Booten stehen in der Bucht und uns wird klar, dass das keine individuelle Tour mit Nähe zu den Vietnamesen wird, die überwiegend ohne Pässe in den „floating villages“ seit Jahrzehnten leben, ärmlich und auch nicht gerade geliebt von den Khmer.
Die Fangrechte für den enormen Fischreichtum sind an wenige Reiche verscherbelt und die Fischer, die davon leben müssen, stehen sozusagen illegal im Morast und werfen ihre Netze aus. Auf dem offenen Wasser sehen wir ein Schwein in seinem Käfig auf einer kleinen Plattform schwimmen, Hunde liegen auf den Pontons an den schwimmenden Häusern, Boote liegen auf „Trockendocks“ und Holz wird auf Stelzen gelagert. Schon steuern wir auf ein Touristennepp zu, Gastro mit gefangenen Krokodilen und Souvenirs… das Dorf ist weit weg.
Eine Schule schwimmt auf dem Wasser und wir werden zu einem kleinen Shop gebracht, 8 Bleistifte für 5 Dollar…, für die Schule – wer hier dann davon Nutzen hat, ist uns fraglich. Enttäuscht werden wir wieder in den Hafen gefahren und sind angenervt vom keinesfalls authentischen Ausflug. Wir hätten es anders angehen sollen, versuchen Kontakt zu einem Vietnamesen mit Boot aufnehmen, nicht den organisierten Touristenrummel, der den Bewohnern des Dorfes vielleicht keinen müden Dollar bringt.
Ohne Umweg treibt uns jetzt die Hitze nach Poipet, die Umgebung wird wieder trockener und grauer. Grenzübergang nach Thailand, bei den hohen Temperaturen schenken wir einem Beamten, der in der Sonne schwitzt eine Flasche Wasser, ganz ohne Eigennutz
Beim Zoll heizt sich das Fahrerhaus auf 54 Grad auf, weil wieder unmögliche Papiere ausgefüllt werden müssen und es keine Schattenparkplätze gibt. Wie soll ein Individualtourist mit eigenem Fahrzeug wissen, an genau welchem Ort er das Land wieder verlässt? Muss aber ausgefüllt werden!
In Thailand fällt uns sofort auf, wie westlich alles ist, wie reich das Land im Verhältnis zu Laos und Kambodscha sein muss, alles bunter, grüner, breite Strassen und mehr Trubel. Noch etwas, die Leute sind wieder dicker, wird uns erst jetzt richtig bewusst, wie schlank die letzten Wochen alle waren in Laos und Kambodscha, meist aus Armut und weil Coke, Weissbrot und Chips noch nicht Grundnahrungsmittel sind.
Die Temperaturen haben sich nicht verändert, seit Tagen 35 Grad und wir verkneifen uns Bangkok. Gern pausieren wir wieder in Alt-Sukhothai, es gibt dort immer wieder etwas zu sehen in „klein Angkor“.
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