Die Berge werden langsam höher und die Temperaturen sinken Tag für Tag um einige Grad.
Auf dem Weg nach Lijiang legen wir nun öfters Pausen in Dörfern und kleineren Orten ein, besuchen eine Batikwerkstatt für Touristen, die trotzdem sehr interessant ist und einem gut das Geld aus der Tasche ziehen kann!
In einem Bai Dorf hat Uta aus Höflichkeit sich lobend über die Handarbeit am Trachtenoberteil einer älteren Frau geäussert und schon muss sie selbstverschuldet über sich ergehen lassen, dass die Frau die Tracht ihrer Tochter schnurstracks holt und sie Stück für Stück ankleidet. Na besser so, als auf dem Marktplatz an den Verkleidungsständen für die Touristen mit Fotoshooting inklusive.
An einem kleinen Tempel am Ortsrand werden wir von den alten Frauen eingeladen, die auf kleinen Bänken sitzen und über die anderen wachen, die im Innenraum singend irgendein Ritual üben und sehr verlegen werden, als wir reinglotzen. Da wir heute noch unseren festen Stadtparkplatz erreichen sollen, lehnen wir die Einladung zum Mitspeisen leider ab. Es könnte einen alles so bereichern, wir streifen diese Kultur leider nur am Rande.
Eine Besichtigung von alter Wandmalerei in Baisha für viel Eintritt lehnen wir ab und schlendern lieber durch den Ort und sehen in einer Schule für Stickerei vorbei, es dauert um die 20 Jahre, bis diese perfekt beherrscht wird. In den Verkaufsräumen darf man nicht weich werden, durch die man von dem deutsch sprechenden Lehrer geführt wird.
In Lijiang parken wir zwischen LKW hinter der schönen Fassade der Altstadt mit World Cultural Heritage Status seit 1997. Viele kleine Gassen durchzogen mit Wasserkanälen und alles nur Hotels, Gastro und Souvenierläden. Manches zu gut renoviert aber gemütlich, wir lassen uns zu einem Kaffee hinreißen, die Zubereitung auf dem Bunsenbrenner dauert fast eine halbe Stunde. Im Wirrwarr der Altstadt landen wir durch die unsanierte Hintertür auf dem Markt. Wir kaufen preiswert Obst, Gemüse und vor allem Pilze, super lecker!
Vega wartet schon im Reisemobil und sie darf wieder ihren Yak-Freund besuchen. Auf der Suche nach einer halbwegs guten „Hunderunde“ in einer Stadt kommt man in die letzten Ecken, wo man sonst nie hingehen würde. Die Kehrtwende einer guten Gastrozeile bekamen wir so zu Gesicht. Noch nie haben wir so eklige Küchen gesehen, Fett triefende Ventilatoren, Knochenberge vor der Tür… die Köche sind das gewohnt und winken uns zu, die Küche jedoch darf ich nicht für die Ewigkeit festhalten. Ob wohl die Rückseite dieses sehr geschmackvollen Sterne Hotels auch so aussehen mag?
So langsam wird es brenzlig in Sachen Tibetgrenze, die ungefähr noch 300 km entfernt ist. Es gab wohl wie jedes Jahr im März Unruhen und keiner darf im Osten Tibets einreisen, schon gar nicht Touristen mit eigenen Fahrzeugen. Noch gibt es von der Agentur kein ok über die nötigen Papiere und wir bangen, was ist wenn nicht? Wir müssen bis zum 24. April China/Tibet wieder verlassen haben…und nur Tibet macht dieses kontrollierte und teure Unterfangen lohnenswert und der einzige Weg wäre dann zurück nach Laos!?
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