Wie nennt man so ein Gefährt, Wohnmobil – es ist ja meine Wohnung für die Reise. Expeditionsmobil, Expeditionsfahrzeug – klingt ziemlich wichtig. Reisemobil – na ja. Fernreisemobil, ja ich denke das trifft den Punkt.
Bei 100.000 Km auf Afrikas Strassen, Pfaden, Wegen, Wellblechpisten und Gelände habe ich meine Erfahrungen gesammelt. Und Wohnmobile habe ich schon seit Jahrzehnten. Einem Renault Trafic folgte ein L 300 mit Alkovenaufbau, ja der süße Kleine, leider total untermotorisiert, aber wendig und bequem war er. Dann ein Mercedes 210 D, damals mit seinen 95 PS ein Flitzer, dem ein Mercedes Sprinter folgte. Als meine Interessen mehr den Fernreisen galten, versuchte ich es mit einem Toyota HZJ 79, besser bekannt unter dem Wort „Buschtaxi“. Von der Firma Extrem, Beuron, ließ ich mir eine Kabine darauf setzen.
Seit 5 Jahren habe ich nun den Off Road Truck, einen Mercedes 917, 4×4, permanenter Allrad und mit zusätzlichen Sperren. Abgelastet auf 7,5 Tonnen.
All meine Erfahrungen mit den Fahrzeugen, den verschiedenen Ausbauten, dem Zubehör und den Ausbauern/Herstellern nieder zuschreiben, würde den Rahmen sprengen. Ich bin zwar in Asien, aber bei Fragen gern über Mail zu erreichen. Auf meiner Homepage hatte ich mal versucht die einzelnen Komponenten aufzuführen, aber wie es halt so ist, immer kommt was Wichtigeres dazwischen, nun Asien und der Blog. Und so ist die Aufstellung dort bei weitem noch nicht vollständig!
Nur eins kann ich definitiv behaupten: „weniger ist mehr“. Nach drei Tagen mörderischer Wellblechpiste, fliegt dir alles um die Ohren was nicht wirklich taugt (und wenn es nur ein abgefallenes Nummerschild ist)! Ein übersehenes Schlagloch kann ernsthafte Probleme nach sich ziehen. Über den Truck könnt Ihr in meiner Homepage technische Details nachlesen, hier werde ich nur auf, hoffentlich, wenige Probleme und nötige Maßnahmen während der Tour eingehen.
Ein paar Tipps zur Verschiffung geben und allgemeine Ausführungen zu Asien.
Zur Verschiffung. Da ich wenig oder besser keine Ahnung hatte, was da auf mich zukommt, habe ich folgendes vorbereitet: Alle Außenstauboxen wurden entleert mit Aufklebern versehen, nicht verschlossen, sondern nur mit leicht entfernbarem Draht gegen unbeabsichtigtes Aufgehen gesichert. Der Durchgang zum Fahrerhaus wurde doppelt verschlossen. Ebenso alle Fenster gesichert. Im Innenraum alle Gegenstände am Boden fest verzurrt. Die beiden vollen Gasflaschen (beim Verschiffen nicht erlaubt), wurden extra mit Gurten gesichert und mit Holz umschlossen. So waren sie weder sichtbar noch bestand die Gefahr, dass Sie bei schwerer See umherfliegen können. Die Gasverschlüsse wurden mit Schraubenfix nochmals extra gesichert. Letztendlich war bei der Abgabe in Bremerhaven kein Teil mehr außen am Fahrzeug. Alle beweglichen Teile und der Rahmen wurden mit Spray gegen die raue, salzige Seeluft eingesprüht. Die Versorgerbatterien waren abgeklemmt und das Radio im Fahrerhaus entfernt.
Alles zusammen war ein ziemlicher Aufwand!
In Port Kelang (Malaysia) erhielt ich mein Auto ohne jegliche Beschädigung zurück, hatte den Eindruck, niemand hat versucht etwas zu öffnen. Der ganze Aufwand umsonst? Sicher nicht aber ich kann die Reederei wärmstens empfehlen.
Kosten: 3200 US Dollar reine Verschiffung, 400 Euro für Handling in Bremerhaven und etwa 150 US Dollar für das Clearing in Malaysia
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