Wir verabschieden uns aus Karon und fahren nach Phuket-Town, um für den Truck beim Customs Office eine temporarily imported Verlängerung zu bekommen (im Antrag steht bei Typ des Fahrzeuges übrigens „Saloon“). Der gute Mann am Hebel will es gern erledigen – für 1000 Baht (ca. 20 Euro) versteht sich! In Asien ziehen Kinder immer – also haben wir schnell 5 eigene zu versorgen und er gibt sich mit 500 Baht zufrieden. Morgen sollen wir den Stempel abholen.
Für die Reiseabenteuer durch Thailand würden wir gern noch eine Versicherung abschliessen, da jeder kreuz und quer fährt und hier bei Unfällen immer der Farang Schuld hat. Prompt, um dafür Infos einzuholen, fahre ich beim Einparken ein dort stehendes Mofa um! Cool kommt der Polizist auf mich zu und ich reflektiere, Mist das ist sein Mofa. Die Verkleidung hat einige böse Schrammen und der Scheinwerferreflektor ist zerbrochen. Lässig fragt er mich was „wir“ da wohl tun können. Ebenso lässig antworte ich, das kann ich reparieren, ich habe Tape dabei. Als er merkt, dass ich mich nicht so arg schuldig fühle verlangt er meinen Führerschein. Dass ich ihm meinen Ägyptischen zeige, findet er nun gar nicht mehr toll und es entsteht ein kurzes Wortgeplänkel. Nun muss ich einlenken und frage wie hoch die Reparaturkosten wären. Mindestens 700 Baht bekomme ich zur Antwort. Hätte ich das geahnt, ich hätte kein Wort darüber verloren. 14 Euro sind in Ordnung.
Jetzt brauchen wir Abstand und fahren an den Nai Harn Beach, einen kleinen gemütlichen Strand mit schattigem Parkplatz am Rand, was wir schon Tage vorher mit dem Mofa ausgekundschaftet hatten. Baden, essen und ein Bier, Vega wird von allen Strandhunden unter die Lupe genommen.
Alle 10 Minuten bleibt jemand stehen und bestaunt den Truck, woher wir kommen, was wir vor haben. Viele Deutsche haben sich in der Umgebung nieder gelassen. Wir bekommen bei einem netten Plausch einen guten Hinweis, wo wir in Phuket Town eine brauchbare Versicherung finden können.
Als wir am nächsten Morgen im Customs Office die Papiere holen, kam noch ein Nachsatz: ob denn die 5 Kinder wohl alle von Uta und mir sind….ja aber natürlich! Ohooo!
Im Versicherungsbüro läuft es etwas holperig, alle die nicht direkt vom Tourismus leben können nur sehr bescheiden englisch. Das Wort Wohnmobil ist unbekannt, was ist ein Mercedes Benz 917? Als sie mir ein Bild von einem James Cook Mercedes Sprinter Wohnmobil zeigen, nicke ich. Für 100 Euro bekomme ich eine Plakette. Was wir im Notfall damit anfangen, steht in den Sternen und letztendlich dreht sich alles um die mangelnde Verständigungsmöglichkeit. Die Bürokratie entlässt uns damit erstmal bis zur nächsten Visa Verlängerung.
Im Shop eines Gibbon Projektes kaufen wir Ersatz für eine vergessene Teetasse, decken uns auf dem Markt mit Obst und Gemüse ein. Lecker die kleinen Bananen, Pomelos, Annanas, Papayas und Mangos.
Am Nai Yang Beach im Norden Phukets landen wir in einer Geisterstadt. Es scheint, dass nach dem Tsunami ein grosses Projekt angelaufen ist und nun das Geld und die Touristen ausbleiben. Uta startet ihr leidenschaftliches Muschelnsammeln. Starker Wind kommt auf und wir verziehen uns in den Truck nach einem Sundowner im Pavillon am Strand – natürlich in Begleitung von Moskitos.
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