Voller Tatendrang fahren wir in dieses „Kulturepos“ ein. Den Stadtplan zur Hand, ja wo sind wir denn …erst eine Hängebrücke verrät uns, dass wir uns schon auf der Halbinsel, dem Herzen des Ortes befinden. Am Nam Khan, Nebenfluss des Mekong, in einer ruhigen Strasse finden wir einen guten und zentralen Stellplatz. Mit Vega erkunden wir die Umgebung, während wir den Hängebrückenzoll zahlen, tollt sie wie betrunken über die Planken und springt andere Uferseite ins Wasser, grinst uns an, sie ist gut drauf.

abenteuerreise-laos10 abenteuerreise-laos abenteuerreise-laos16

Wir bringen notwendigerweise Wäsche in eine Laundry und stellen fest, dass Luang Prabang mehr Touristen als Einwohner hat. Städte mit Flair haben das gleiche Problem wie berühmte Cafehäuser, wenn die Touristen zuviel werden, verlieren sie ihren Geist.

Während wir im Truck ein Beerlao schlürfen, trinkt der Eingeflogene auf dem Sitzsack einen guten französischen Wein gegenüber vom ehrwürdigen, alten Königssitz. Ach ja, den alten Königspalast des ersten laotischen Großreichs haben wir uns auch angesehen, nur waren wir gerade zur sozialistischen Mittagszeit vor Ort und uns wurde eine Innenbesichtigung vorenthalten. Wie soll das einer verstehen? Weil auch die Touristinfo über Mittag schliesst dreht Uta, leicht angenervt, gleich ab. Der alte Citroen aber im historischen Fuhrpark des Königs hat mir schon sehr gut gefallen.

abenteuerreise-laos1 abenteuerreise-laos12 abenteuerreise-laos7

Weltkulturerbe wurde Luang Prabang 1995 zugesprochen. Unzählige alte Vats, uralte Stelzenhäuser, französische Villen und die geschichtliche Wichtigkeit sprechen dafür. Vor allem das wohl älteste Heiligtum Vat Xieng Thong ist wunderschön. Sehr viel Geschäftigkeit hat es der Stadt gebracht, Hmongfrauen von weit her verkaufen hier jeden Tag Handarbeiten, Bauern ihr Obst und Gemüse. Die Souvenirshops sind fest in Chinesischer Hand und man tut gut daran, die Herkunft einiger Ausstellungsstücke in Frage zu stellen. Europäer betreiben Hotels und Gastro. Hunderte Tuk Tuks (diese Obergauner, aber wer kann es ihnen verübeln, die Touristen werden tagtäglich in Bussen angekarrt und sind schließlich nur einmal da!) verdienen ihr Brot.

abenteuerreise-laos13 abenteuerreise-laos14 abenteuerreise-laos6

abenteuerreise-laos11 abenteuerreise-laos15 abenteuerreise-laos3

Zwei Tage wollten wir noch bleiben aber dann werden wir umzingelt. Gut etwas übertrieben aber drei Uniformierte stehen um den Truck. Gezeter, Führerschein, Autopapiere wollen sie sehen. Die Staatsmacht versucht uns zu vergraulen! Der Truck ist zu groß, darf nicht hier stehen. Auf meine Frage, wie sie denn „groß“ definieren, erhalte ich zur Antwort: mehr als 25 Sitzplätze. Gut ich habe nur zwei! Egal, der Truck ist zu groß, Punkt! Er will meinen Führerschein behalten und fordert diesen ein, wie schon so oft krame ich den Ägyptischen heraus. Ob ich ihn für dumm halte, bekomme ich darauf zu hören, ich lächle und bleibe ihm eine Antwort schuldig. Lange Rede, abgehärtet durch viele durch gestandene Erlebnisse dieser Art weiß ich nach einer Stunde, ich muss zur Polizeistation. Also bestehe ich darauf, trotz später Stunde, ins Hauptquartier begleitet zu werden, warte dort auf den Boss, der mit zwei Kindern auf dem Mofa nach einer halben Stunde ankommt, einen Blick auf den Truck wirft und ich kann ohne die geforderte Strafe von 500.000 Kib fahren.

Am nächsten Tag verlassen wir die Stadt, wir sollten an einem Platz stehen, der müllverseucht und laut ist, zu weit weg von der Innenstadt mit Hund im Gepäck.

abenteuerreise-laos8 abenteuerreise-laos9 abenteuerreise-laos4