Zwischen Manali und Mandi gibt es eine kleine Abkürzung mit einem Abstecher zum Prashar See mit Tempel. Die Strasse ist abenteuerlich und gleichzeitig schön, überall fliessen Bächlein hinab und alte, krumme Bäume stehen bemoost am Strassenrand. Uta bewundert die Rhododendrenbäume – ja Bäume! Schade nur, dass sie zu dieser Zeit nicht blühen. Unterwegs ist gleich ein dicker Ast zu tief für den Truck und ich muss die Axt auspacken. Nach einigen Schlägen kommen zwei Männer, die für solche Fälle und Erdrutsche die Strasse ablaufen. Ich werde vom Baum befohlen und die Fachleute gehen ans Werk! Und weiter nach einem Dankeschön… aber nur einige Hundert Meter! Da geht jetzt gar nichts: ein dicker Stein liegt im Weg und da PKW um ihn herum fahren können, wird hier auch nichts geräumt! In der Nähe stellen wir uns auf eine Ebene. Privat! Nach Bitten dürfen wir stehen bleiben und sind dann die nächsten Stunden umringt von Kindern und Bauern.
Es sind noch ca. 5 km bis zum See und Tempel. Wir wollen Hund Vega eine Freude machen und starten mit Frühstück im Rucksack am nächsten Morgen. Wenn die Strasse nach dem Felsbrocken für den Truck befahrbar wäre, würden wir ihn mit den vorhandenen PS wegziehen… aber an einigen Stellen ist sie dann einfach zu schmal für meine 2,50 m! Im Nebel erreichen wir auf 2.700 m den See und Tempel. Erkennen können wir nichts und auch nach unserem Picknick löst sich nix auf. Na gut, zurück! Vega tobt immer noch rum wie beim ersten Meter, sie geniesst den langen Spaziergang, wir hingegen sind am Reisemobil angelangt total geschafft, nix mehr gewohnt!
Kaum auf dem Rückweg, wieder stoppen – ein fetter Erdrutsch mit Steinen und grossem Baum! Wir nutzen den Moment und lassen die nächste Stunde eine kleine Quelle am Hang in unseren Wassertank lullern. Unsere Strassenbrigade vom Hinweg, die uns gleich freudig begrüsst, kann auch mit der Axt nicht helfen und gegen Abend kommt Gerät vom Tal und macht den Weg frei. Man darf es in den Bergen nicht eilig haben!
Ohne Umschweif zieht es uns nach Mc Leod Ganj bei Dharamsala, wo 1959 dem Dalai Lama und den von ihm durch den Himalaya geführten Flüchtlingen Asyl gewährt wurde. Wir parken etwas ausserhalb vor der „Kirche St. John in der Wildnis“. Zwar wie gewohnt vermüllt der Platz aber ruhig und wir können mit Vega gut um die Kirche und den alten Friedhof streichen.
Normalerweise hat der Dalai Lama Tenzin Gyatso Audienzen auch für Touristen gegeben, nur halten ihn das Alter und die anderen politische Geschäfte in letzter Zeit davon ab. Da uns Tibet und der Buddhismus ans Herz gewachsen sind, hätten wir ihn doch gern getroffen. Vor dem Tor im Tsuglagkhang-Komplex stehen wir nicht allein, viele Pilger sind unterwegs und noch mehr Touristen. Wir besuchen das Museum über die Geschichte Tibets mit der Besetzung durch China, wobei Englisch-Indien, die Mongolen und Tibet selbst nicht ganz unschuldig sind.
Es würde uns trotzdem interessieren, ob sich je ein chinesischer Tourist hierher getraut hat? Sicher nicht! Den Ort mit nachgebauten Tempeln und geretteten Reliquien aus der Zeit der Kulturrevolution haben wir uns etwas lauschiger vorgestellt, auch Buddhisten sind Asiaten, die mit der Ordnung nichts am Hut haben.
Auf dem Weg zum Expeditionsmobil gönnen wir uns Momos (Nudelteig gefüllt mit Gemüse) und Sahnetorte „Hohes Stück“ auf den Kuchenentzug
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