Hier im Norden leben in den Bergen sehr viele Hilltribes, Hmong, Khmu, Lue, Akha…viele Kulturen treffen sich hier an den Grenzen zu Myanmar, China und Vietnam. Sehr bekannt und auffällig mit ihrer Tracht sind die Akha, heut noch die Haupt-Opiumproduzenten wegen des hohen Eigenbedarfs und Abhängigkeit.
Für einen kleinen, uns möglichen Einblick, fahren wir auf der abenteuerlichen und landschaftlich sehr schönen Strasse in Richtung Westen nach Muang Sing. Gleich hinter Luang Namtha werden auf allen möglichen Flächen Kautschukplantagen an den Hängen des Flusstales Nam Tha angelegt. Die Chinesen überzeugen hier wohl die Bauern, dass sie damit reich werden können. Nur an zu steilen und felsigen Stellen stehen noch relativ grosse Bäume und Dickicht. Dass hier noch das eine oder andere Tier im Wald lebt sehen wir daran, dass sie uns zum Verkauf ständig am Strassenrand angeboten werden. So was wie Eichhörnchen, Bisamratte, ein grosser Vogel war dabei.
Als wir eine längere Pause am Fluss verbrachten, wurden die Tiere schon etwas kleiner. Männer fischten im, durch die trockene Zeit, sehr flachen Wasser nach Mini Fischen. An derselben Stelle wurde etwas später ein LKW gewaschen, nachdem er sich fest gefahren hatte, alles kein Problem bei den Leuten hier! Mofas mit jungen Leuten rückten an und packten ihr Bier und Essen aus. Interessiert begrüssten sie uns und ich wurde auf ein Bier eingeladen. Vega lauert natürlich auf den Fisch, der gegrillt wurde, nur hier wird alles samt Augen genussvoll aus dem Tier gepult, mit Stäbchen versteht sich!
Uta ist in der Zeit bei Frauen aus einem Bergvolk zugange, die sich so langsam gebückt und im Wasser buddelnd den Fluss hinauf arbeiten. Netze werden in Strömungsrichtung vor die Steine gelegt und die werden dann alle aufgerüttelt, grosse und kleine, es werden wieder für uns fragliche Tiere frei gespült, grüne Würmer, Kaulquappen, Fischchen, Molche…
Die Frauen und Kinder sind eher etwas scheu und Uta rüttelt fleissig an den grossen Steinen mit, um ihnen einige Fotos ab zu ringen. Es klappt nicht so recht, da sie scheinbar sich ihrer Sache etwas schämen, wenn ein paar Meter weiter grosse Fische von den Städtern gegrillt werden und sie im kalten Wasser wühlen müssen für ihr mageres Essen. Irgendwie stehen wir an einer Stelle im Fluss, die eine Hauptverkehrskreuzung ist, ein Jäger kommt vorbei und erfrischt sich im Fluss, überall sind Feuerstellen auf den kleinen Inseln, an deren Mineralien sich jetzt unzählige Schmetterlinge gütlich tun.
Kurz vor Muang Sing erklären sich uns die vielen Laster, teils mit chinesischen Kennzeichen: riesen Melonenfelder säumen die Strasse, Berge von Früchten, überall liegen aufgeplatzte Melonen herum, werden verladen, verkauft…wir nehmen zwei Stück für 20 cent. Vega freut sich, alte Geniesserin!
In Muang Sing- heut nichts mehr für uns zu erkennen von der Hautstadt eines Lue Fürstentums, durchstreifen wir nur kurz. Die Suppe jedoch ist ausgezeichnet. Kurz überlegen wir, ob wir weiter off road in die Berge fahren, um Hilltribes Dörfer zu besuchen, wir lassen es aber. Unterwegs begegnet uns eine Frau, von welchem Volk auch immer, und wir beschliessen daraufhin, die für uns umstrittene Sache, den Bergvölkern nach zu stellen, ruhen zu lassen.
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