Vier Tage nach Ankunft in Thailand muss ich schon wieder los. Den Truck aus Malaysia holen. Uta bleibt mit Vega aufgrund der Einreiseprobleme für Hunde in Malaysia im Bungalow. Mit Air Asia fliege ich für knappe 50 Euro nach Kuala Lumpur. Als ich nach ruhigem Flug dort lande muss ich feststellen, dass es in Thailand nicht wirklich schwülheiß war, hier in Kuala Lumpur ist es wie in der Waschküche, Kochwaschgang!
Im klimatisierten Taxi geht es zu der Adresse, die ich vom deutschen Agenten bekommen habe, zumindest behauptet es der Taxler. Nach vier Stunden fahrt steht fest, der Junge hat keinen Plan. Super, denn verständigen können wir uns kaum. Als wir das dritte Mal um den gleichen Block fahren, lasse ich ihn stoppen, er soll nach dem Weg fragen. Eine weitere Stunde später, es ist bereits dunkel, sind wir immer noch auf der Suche nach der richtigen Adresse, ich hab noch keine Bleibe und werde unruhig. Letztendlich lande ich in einem wenig vertrauenswürdigen Viertel. Das Hotel, vor 50 Jahren sicher ein Highlight, gefällt mir gar nicht, mangels Alternativen nehme ich ein Zimmer.
Montag – nach weiteren 3 Stunden Irrfahrt stehe ich vor einem großen Bürokomplex, gefunden! Nun geht alles seinen Gang,
ich muss ein paar Mal zum Hafen fahren und wieder ins Büro zurück, immer mit Papieren die ich weder lesen kann, noch deren Bedeutung ich verstehe. Clearing nennt man das. Aber am Abend wird erklärt, morgen könne es klappen, den Truck aus dem Hafen zu bekommen. Etwas sehr interessantes kann ich aus dem Büro der Reederei berichten: alle Mitarbeiter müssen zweimal am Tag ihre Temperatur messen und in ein dickes Buch eintragen und überall stehen große Flaschen zum Desinfizieren der Hände -h1n1.
Ein einladendes Hotel finde ich heute. Mein Zimmer, das letzte das frei war, etwa 6 qm groß ohne Fenster aber mit AirCon. Die beiden netten Mädchen vom Empfang erklären mir, wo es hier das beste Essen gibt. Reichlich gestärkt gehe ich zeitig zu Bett, um gegen 4 Uhr morgens kurz vor dem Ersticken aufzuwachen. Das ganze Hotel ist ohne Strom und in meiner Besenkammer wurde die Luft knapp. Bis früh um 7 liege ich bei offener Tür in kaum erträglicher Hitze auf dem Bett. Der Hotelbesitzer entschuldigt sich vielmals für den
Stromausfall und bietet mir an, in seinem Haus zu duschen. Die Aussicht auf ein kühles Auto lässt mich sofort zusagen. In dem auch für europäische Verhältnisse komfortablen Anwesen wird Kaffee serviert und nach dem Duschen werde ich zum Frühstück eingeladen. Vorzüglich, alles andere wäre gelogen, das morgendliche Mahl – weniger Frühstück – offenbart exzellente Küche. Rund und gespickt mit einigen Geschichten von Land, Leuten und Kultur in gebrochenem Englisch werde ich zum Hafen gefahren.
Nach nur zwei Stunden ist alle Bürokratie und Finanzen erledigt. Direkt hinter dem Hafen Gate bleibe ich stehen und räume den Truck um. Ich schwitze dabei wahrlich wie ein Schwein, Rinnsale laufen. Den Ersatzreifen, 80 kg, wuchte ich mit Hilfe von Hafenarbeitern auf das Fahrerhausdach. Mit drei Flaschen Mineralwasser gehe ich in die Dusche der Wohnkabine, der Wassertank ist noch leer, und erfrische mich. Mit nur einem kurzen Schlafstopp fahre ich fast ohne Pause bis Phuket.
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