Quer durchs Land biegen wir in einem Dorf Richtung Camping ab. Ich werde langsam nervös, wir sind in der Nähe des Mekong. Wie Timbuktu für Afrika hat der Mekong etwas mystisches für mich, verbindet Kindheitsträume und wirre Kriege in einem. Den Campingplatz finden wir mal wieder nicht, so schlagen wir in einem Wald unser Lager auf. Am Morgen besuchen wir Big Buddha. Es ist neblig und man sieht aber auch gar nichts vom Hügel aus. Da unten aber müsste er fließen, noch verborgen unter dem aufsteigenden Dunst. Ein Kaffee und etwas Internet über Bluetooth…
Dann sorgt Big Buddha für eine angemessene Inszenierung, die Schleier lichten sich langsam, die ersten Sonnenstrahlen brechen durch und der Mekong tritt hervor, lehmfarben, breit und träge, so zeigt er sich uns, der Mekong. Big Buddha lächelt uns lichtumhüllt an.
Der Mekong ist fast am gesamten Uferbereich besiedelt. In der Trockenzeit werden Gemüsegärten am Ufer und auf den Sandbänken angelegt. Schlecht für Schlafplatzsucher und wir biegen optimistisch in ein Tor mit Wald dahinter ein. Nach 100 Metern werden unsere Augen rund und wir stoppen auf einem riesen Parkplatz vor einem grossen Heiligtum. Wir sind im Wat Hing Mak Peng. Erst ein Spaziergang mit Vega eröffnet uns den Umfang der Anlage. Unzählige Hütten und Häuser für Mönche, Seminarräume und Tempel für sehr heilige Mönche. Alles überzieht eine fast unheimliche Stille.
In Nong Khai, Grenzstadt zu Laos, werden wir im China Markt über die neueste Mode aufgeklärt
und finden in der Vorstadt Off Road einen Platz am Mekong, den wir nur mit zwei Wasserbüffeln und dem Sonnenuntergang teilen müssen. Vega hat auf unserer Abenteuerreise weit mehr Abenteuer zu bestehen, als wir. Der junge Wasserbüffel zeigt sich sehr interessiert an dem anderen Felltier. Das gefällt wiederum der Mutterkuh nicht und Vega muss das Weite suchen.
Tags darauf stehen wir an der Grenze, die Ausreise dauert nur ein paar Minuten. Aber auch in Asien bekommt man nichts geschenkt.
Das Laos Visa für uns geht ruckzuck aber beim Truck ernte ich nur erstaunte Gesichter. Ich suche den Customs Schalter und werde von dort zu einem Pult geschickt, hinter dem drei Zöllner stehen. Sie wollen den Autopass sehen. Der internationale Fahrzeugschein, den ich vorlege, damit können sie nix aber auch gar nix anfangen.
Ich beobachte die Abläufe und sehe, dass die Leute, die hier mit thailändischem Nummernschild einreisen so was wie ein kleines Buch vorlegen, dass gestempelt wird. Einer der drei erbarmt sich und geht mit mir in ein Office, von dort werden wir in ein anderes Gebäude geschickt … Mein Begleiter geht voraus und wird immer kleiner, wohl hohe Ränge hier im Komplex. Unentschlossen geht er in dem langen Flur von Tür zu Tür, ohne auch nur an einer zu klopfen, er wird immer nervöser. Eine Frau, die um die Ecke biegt rettet ihn, niemand da alle beim Essen. Puuh, ich soll in einer Stunde an diese Tür klopfen, zack, schon ist er auch weg.
Zu seinem Leid habe ich ihn zu meinem Freund erkoren und eine Stunde später stehe ich vor ihm, komm wir gehen nochmals ins Büro hoch. Eine weibliche Uniform sitzt dort und ich lege den internationalen und nationalen KFZ Schein vor. 20 Minuten später, ich warte, kommt sie zurück und wir gehen gemeinsam wieder zu meinen Freund …so wird das nichts! Ich überlege … mir fällt da noch was ein … hier ist doch alles noch etwas französisch und fünf Minuten später kann ich über die Grenze fahren!
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